Vorwort

SecurityDieser Reisebericht wurde von Tourguide "Wolle" im Nachhinein während des Auskurierens seines Jetlags und nach mehrmaligem Aufruf seines Kurzzeitgedächtnisses verfasst.

Es werden hier mehr oder weniger sachlich die Geschehnisse der "Route 66 Classic"-Tour 2015 aus der subjektiven Sichtweise der Reiseleitung beschrieben.

In Anbetracht des Alters des Autors bitten wir bei vergessenen oder nicht mitbekommenen Details um Nachsicht.

Bei Fragen oder Unstimmigkeiten bitten wir freundlichst um Kontaktaufnahme.

Ansprechpartner hierfür ist der Assistent der Geschäftsleitung,
Herr S.E. Curity (auf dem Bild rechts).

 

 

Prolog

Schon bald nach der erfolgreich absolvierten Tour im Sommer 2013 stand fest: es wird eine Wiederholung geben. Zwei Jahre ließen wir uns Zeit, um die nächste große Route 66-Tour vorzubereiten.

PrologIm Sommer 2014 kam der lokale Zeitungsverlag "Reutlinger General-Anzeiger" (GEA) durch seinen Redakteur Hans-Jörg C. - der seit Längerem auch bei unserem Verein Mitglied ist - mit der Idee einer "Leserreise" auf uns zu. Gerne sagten wir ihm zu, galt es doch die erforderlich kalkulierte Teilnehmerzahl von mindestens 16 Personen zu erreichen.

Eine professionell gestaltete Werbeseite in der Tageszeitung und ein Informationsabend in Reutlingen im November 2014 überzeugte schließlich 14 GEA-Leser zur Teilnahme an der diesjährigen Route 66-Tour.

Weitere 23 Interessenten meldeten sich über unsere Homepage und über unseren Partner Wingert Reisen zu der Tour an, so dass wir letztendlich zum Anmeldeschluss im Mai 2015 rekordverdächtige 43 Anmeldungen (inkl. 3 Tourguides und 2 Begleitwagenfahrer) zu verbuchen hatten.

10 Teilnehmer wollten die Etappen als Fahrer und Beifahrer in 6 Mietwagen bzw. Begleitfahrzeugen zurücklegen, die restlichen 34 Personen fuhren die Tour mit 23 Motorrädern alleine oder zu zweit.

Mit 29 Fahrzeugen in 16 Tagen einmal quer durch Amerika, das bedeutete schon einen ansehnlichen Konvoi, der aber - trotz Zweifel einiger Teilnehmer - lt. Tourguide "Wolle" mit etwas Disziplin und Konzentration durchaus zu bewältigen war...

6 Wochen vor Abflug kamen die Teilnehmer nochmals in Ofterdingen zu einer ausführlichen Informationsveranstaltung zusammen und wurden mit den letzten Informationen und Instruktionen für die Reise versorgt.

Der Termin des Abflugs am 3. August 2015 rückte näher und die Vorfreude wuchs mit jedem Tag.
 

PrologZwei Wochen vor Abflug erhielten die Teilnehmer noch ihr extra angefertigtes Tourshirt, ein paar Aufkleber und die Fahrer das detailliert ausgearbeitete Roadbook und ein Tourfähnchen zur Anbringung an die Fahrzeuge.


 

 

 

Ein Teilnehmer schaffte leider die "Einreisehürde" ESTA nicht und konnte auch trotz kurzfristiger Vorsprache beim amerikanischen Konsulat in Frankfurt die Reise nicht antreten.

 

 

Cannonball 2.0 oder "Die Tour vor der Tour"

Eine andere Tour fand schon vor der eigentlichen Route 66-Tour statt: Der Wunsch zweier Teilnehmer, die Route 66-Tour stilecht in einem Ford Mustang Cabrio zu fahren, brachte die Organisatoren etwas ins Schwitzen, da ab Chicago kein Cabrio für eine Einwegfahrt nach Los Angeles erhältlich ist.

Also was tun? Kurzerhand wurden die Mustangs in Las Vegas gebucht und Road Captain "Wolle" und Frau Anja setzten sich bereits 3 Tage vor den anderen ins Flugzeug, übernahmen die beiden Autos in "Sin City" und fuhren diese rund 1.800 Meilen (knapp 3.000 km) "zurück" zum Tour-Ausgangspunkt Chicago. Die rund 1.000 km/Tag auf der Interstate durch Nevada, Arizona, Utah, Colorado, Nebraska, Iowa und schließlich Illinois betrachteten die beiden Tourguides einfach 'mal als "Warmfahren" und als "Dienst am Kunden"...

Der erste Tag führte uns ab Las Vegas auf der Interstate-15 über St. George nach Utah und über die Ausläufer des Capitol Reefs in den Westen von Colorado nach Grand Junction (ca. 850 km).

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Am zweiten Tag absolvierten wir die kurvigen Straßen der Rocky Mountains mit seinen idyllischen Skisportorten Vail und Frisco bis nach Denver und danach das flache Prärieland von Nebraska bis nach Omaha an der Grenze zu Iowa (ca. 1.250 km), wo wir erst nach Einbruch der Dunkelheit eincheckten.

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Die letzte Etappe (ca. 750 km) führte uns schließlich am 3. Tag durch das Farmland Iowa nach Illinois zu unserem Hotel in Downtown Chicago, wo schon Thomas auf uns wartete, der bei der Tour den Gepäckwagen fahren wird.

Nach den Strapazen der 3-Tagesreise gönnten wir drei uns noch ein Abendessen hoch oben im Restaurant des John Hancock-Centers mit tollem Blick über das nächtliche Chicago.

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Die Teilnehmer der Tour

Hier wollen wir kurz die diesjährigen Teilnehmer unserer Route 66 Classic vorstellen (die Reihenfolge entspricht ungefähr der Reihenfolge des Fahrens im Konvoi):

 

Teilnehmer 01 "Wolle" Wolfgang Werz (56), Mössingen (BaWü)

Gesamtorganisation, Hotelauswahl, Etappenfestlegung, Tourleader, Road Captain, Morgendliches Briefing. Motorrad (HD Road Glide).

Anja Werz (48), Mössingen (BaWü)

Organisation, Roadoffice, Hotelcheck-In, Zimmereinteilung, Tischreservierungen. Motorrad (HD Road King).


 

Teilnehmer RenateB Renate B. (57)

Frauenpower aus Kusterdingen! Die eifrige GEA-Leserin und Immobilienmaklerin ist normalerweise nur ab und zu in heimischen Gefilden mit ihrer leichten BMW unterwegs. Für die Tour wählte sie eine mächtige E-Glide aus und fuhr sie mit Bravour von Chicago bis L.A. Ihr Highlight: Ein paar echte Cowboy-Stiefel aus Arizona, nun war das schwäbische Cowgirl und ehemalige Marathonläuferin perfekt ausgestattet! Motorrad (HD Electra Glide Ultra).


 

Teilnehmer Andrea Sandra Sandra D. (52) / Andrea Z. (44)

Die beiden Nürnberger Freundinnen meisterten die Tour meistens zu zweit auf einer großen Indian Chief Vintage. Während Andrea als relativ kleine Fahrerin mit der großen Maschine einiges an Bodenfreiheit einbüßte, genoß ihr Sozia Sandra die Tour um so mehr auf ihrer gemütlichen Rücksitzbank. Motorrad (Indian Chief).


 

Teilnehmer RolandF Roland F. (53)

Der überaus nette und humorvolle - aber motorradlose - Staatsbedienstete aus Stuttgart überraschte uns alle. Ohne Fahrpraxis steuerte er seine Indian Scout sicher uns souverän durch die USA. Der kleine Tank der Scout brachte es mit sich, das Roland nun fast jeden Tankwart von Chicago bis Santa Monica persönlich kennt. Nebenbei stellte er noch einen kleinen Rekord auf: er war der erste bei Eaglerider bekannte Fahrer, der mit der "kleinen" Indian Scout die komplette Route 66 absolvierte. Respekt! Motorrad (Indian Scout).


 

Teilnehmer ReneOe René O. (50)

Ebenfalls ohne größere Fahrpraxis machte sich der GEA-Leser René aus Reutlingen auf einer Indian Chief ans Werk. Der Vermögensberater und Immobilienmakler wurde von unserer Gruppe in Amarillo zum Steak-Wettessen auf die Bühne geschickt und repräsentierte auch dort unsere Gruppe bestens! Motorrad (Indian Chief).


 

Teilnehmer SiggiK "Sigi" Siegfried K. (50)

"Hopp Schwyz" - diesen Anfeuerungsruf musste unser Sigi des Öfteren hören. Er nahm es locker mit seinem trockenen schweizerischen Humor, den wir die ganzen 18 Tage genießen durften. Selbst als sein Koffer in Oklahoma City versehentlich stehen blieb und dieser mit viel Aufwand und Beziehungen nach Las Vegas nachgeschickt werden musste. Nur am Anfang verließ ihn sein Humor, als er bei Eaglerider seine bestellte Fat Boy nicht bekam, wir konnten ihm jedoch einen adäquaten Ersatz (allerdings ohne Windshield) organisieren. Siggi verlängerte die Tour um ein paar Tage und trieb sich noch etwas in Süd-Kalifornien herum. Motorrad (HD Fat Bob).


 

Teilnehmer HaraldB Harald B. (50)

Ging mit einer leichten Handverletzung an den Start, er hatte sich Wochen zuvor mit dem Küchenmesser in den Finger geschnitten. Der Anlasserkopf seiner Street Glide gab in Oklahoma City ebenfalls den Geist auf und er sah sich schon 6 Tage als Beifahrer in einem der Autos bis Las Vegas (nächste Eaglerider Station) sitzen. In einer Nacht und Nebel-Aktion wurde im jedoch am nächsten Tag morgens um 4 Uhr eine Ersatzmaschine aus Denver angeliefert. Motorrad (HD Street Glide).


 

Teilnehmer Reinhold Doris Reinhold (60) und Doris W.

Reinhold ist schon seit Jahren Clubmitglied bei Route 66 Germany und erfüllte sich nun seinen Traum mit seiner Frau Doris auf der Rücksitzbank. Der ab und zu etwas zerstreute BMW-Fahrer aus dem schwäbischen Mietingen nahm die ganze Sache recht locker und holte sich z.B. bei einem außerplanmäßigen Kurzstopp erst einmal gemütlich ein Eis an der Tankstelle. Die beiden verließen uns ab Williams frühzeitig, da sie noch einen Kurzbesuch in New Orleans gebucht hatten. Je näher der Zeitpunkt der Abreise kam, desto mehr bereuten sie jedoch die Entscheidung, nicht die ganze Tour mit uns fertig zu fahren. Motorrad (HD Road Glide).


 

Teilnehmer ThomasS Thomas S. (56)

Der Arme musste leider ohne seinen Kumpel Werner die Reise antreten, fand aber während der Reise einige neue Kameraden. Der GEA-Leser aus Pfullingen mit seiner mehrmonatigen USA-Vergangenheit in Arizona fand sich schnell zurecht und erinnerte uns an einen waschechten und kernigen Biker, so wie man sich die harten Jungs eben vorstellt. Motorrad (HD Street Glide).


 

Teilnehmer RudiH Rudi H. (59)

Manchmal musste man ihn fast suchen, so unbemerkt integrierte sich GEA-Leser Rudi in die Gruppe. Der bodenständige und immer freundliche Bergwachtler aus Waldorfhäslach hatte sichtlich Spaß an den technischen Finessen seiner Indian, wobei er ansonsten auf der ganzen Welt mit seiner BMW unterwegs ist.
Motorrad (Indian Chieftain).


 

Teilnehmer Reinhold Klaudia Reinhold H. (56) und Klaudia K.

Das Pärchen aus Balingen bewältigten die fast 5.000 km mit dem Flagschiff der Indian-Motorradpalette. Trotz anfänglicher Bedenken wegen der Ölflecken unter der Maschine und dem Blinken einiger Kontrolleuchten (die Maschine sollte eigentlich zum Kundendienst) absolvierten sie die ganze Strecke letztendlich problemlos. Motorrad (Indian Roadmaster).


 

Teilnehmer MauriM "Mauri" Maurizio M. (49)

Unser perfekt "schwyzerdütsch" sprechender Italiener aus Basel stoss erst in St. Louis zu der Gruppe, gönnte sich aber dafür nach der Tour noch eine (Erholungs-)Woche in Kalifornien. Sein anfängliches Pech mit einer etwas zu klein geratenen Sportster wandelte sich für den ruhigen Hobby-Fotograf ab Albuquerque in himmlisches Glück, als er seine Maschine dort gegen eine "standesgemäße" Street Glide eintauschen konnte.
Motorrad (HD Sporster / HD Street Glide).


 

Teilnehmer GuentherE Günter E. (56)

Der GEA-Leser und Getränke-Großhändler aus Metzingen zeigte uns das richtige Biertrinken am Abend und war morgens trotzdem immer topfit. Mit seiner guten Laune steckte er uns auch nach anstrengenden Etappen immer wieder an. Hatte sichtlich Spaß an seiner Maschine und an der ganzen Tour.
Motorrad (HD Road Glide Ultra).


 

Teilnehmer Bernhard Manuela Bernhard (56) und Manuela S.

Man sieht es schon an der Motorradbekleidung: auch dieses Pärchen ist normalerweise in heimischen Gefilden auf einer BMW unterwegs. Der GEA und Route 66 Germany machten es möglich, dass auch sie die amerikanischen Highways einmal mit einer echten Harley unter die Räder nehmen konnten. Motorrad (HD Electra Glide Ultra).


 

Teilnehmer Franz Dori Franz (57) und Dorri F.

Das "Määnzer" Pärchen Franz und Dorri reisten gleich zu Dritt mit Tochter Nadine an, die aber leider nicht mehr auf die geräumige Harley passte. Der schmuckbegeisterte Franz und seine Frau hatte zwar schon USA-Erfahrung, lernten aber auf dieser Tour das Land und seine Geschichte noch einmal neu kennen. Motorrad (HD Electra Glide Ultra).


 

Teilnehmer HJC Hans-Jörg Conzelmann (57)

Der Redakteur und Initiator der GEA-Leserreise und designierter 2. Tourguide hatte diesbezüglich eine recht entspannte Reise, bis auf die Abendstunden nach der Ankunft am Etappenziel: dann setzte er sich ein paar Stunden an den PC und hielt seine Leser zuhause in Form eines »Online-Redaktionblogs über unsere Erlebnisse auf dem Laufenden. Führte die Gruppe zum Grand Canyon und einen Teil der Gruppe von Las Vegas auf direktem Weg nach Barstow.
Motorrad (HD Electra Glide).


 

Teilnehmer Winfried Sabine Winfried (59) und Sabine R.

Von ihnen stammt der legendäre Satz bereits am dritten Tag: "Wer hätt' au des denkt dass mir Älbler amol uff'm Mississippi schdandet". Diese und noch viele weitere Erfahrungen entlang der Route 66 genossen die beiden GEA-Leser sichtlich. Motorrad (HD Electra Glide Ultra).


 

Teilnehmer Guenther Anna "Günne" Günter (62) und Anna R.

Mit einem leicht flauen Gefühl im Magen absolvierte Günne mit seinem charakteristischen Schnurrbart auf seine Harley die 2. Hälfte der Route 66. Anhaltende elektronische Probleme, die sich letztendlich als Wackelkontakt an der Alarmanlage herausstellten (und recht einfach behoben werden konnten), hielten die Beiden sichtlich nicht davon ab, die Tour und die entstehenden Freundschaften in der Gruppe zu genießen. Motorrad (HD Electra Glide Ultra).


 

Teilnehmer Remy Moni Remy (52) und Moni M.

Die "Gute Laune"-Bären der ganzen Truppe, immer gut drauf und Moni auf dem Rücksitz wild um sich fotografierend. Wir wünschen ihr viel Spaß bei der Auslese von den sicherlich genauso vielen Bildern, wie wir Kilometer zurückgelegt haben und freuen uns jetzt schon auf das Nachtreffen! Motorrad (HD Electra Glide Ultra).


 

Teilnehmer Matze Petra "Matze" (33) und Petra F.

Was für eine tolle Idee: "Wiederholungstäter" Matze (war bereits vor 2 Jahren dabei) erfuhr die Tour diesmal auf völlig andere Weise, schenkte seiner Mutter zum runden Geburtstag die Route 66-Reise und fährt seine Mama auch noch Huckepack durch ganz Amerika. Und die Mutter Petra war sichtlich überwältigt von diesem Abenteuer. Lies es sich auch nicht nehmen die Strapazen der heißen Etappe von Las Vegas nach Barstow auf sich zu nehmen. Respekt!
Motorrad (HD Electra Glide Ultra).


 

Teilnehmer RainerD Rainer D. (66)

Mit 66 Jahren auf die Route 66, als erfahrener Harleyfahrer und Road Captain eigentlich eine logische Konsequenz! Die GEA-Leserreise gab letztendlich den Anstoss für dieses Abenteuer einer Harleytour auf dem zweitletzten Kontinent (Asien fehlt noch), die der Eninger noch nicht mit einer Harley befahren hat. Kam aufgrund der langen Etappen und hohen Temperaturen ebenfalls ab und zu an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit, hielt als Schlussmann jedoch die ganze Zeit über souverän den "Haufen" zusammen. Motorrad (HD Street Glide).


 

Teilnehmer JonnyS Jonny S. (36)

Kündigte sich als "sportlicher" Fahrer an und bewies dies auch gleich am ersten Tag. Hatte ansonsten während den 18 Tagen sichtlich viel Spaß mit seinem Mustang, den wir extra aus Las Vegas für ihn überführt hatten.
Mietwagen (Ford Mustang Cabrio).


 

Teilnehmer Sascha Sascha K. (37)

Ebenfalls ein Garant der guten Laune. Der selbständige Fliesenleger fand sich sehr schnell mit seinem Jeep auf dem amerikanischen Highwaysystem zurecht und war immer hilfsbereit zur Stelle, wenn einmal Not am Mann war. Wir freuen uns jetzt schon auf seine Bilder und Videos! Mietwagen (Jeep Grand Cherokee).


 

Teilnehmer NadineF

Nadine F. (27)

Unser "Küken", Tochter von Dorri und Franz, amüsierte sich auf der ganzen Tour mit jung und alt. Genoss die Route 66 in vollen Zügen, 'mal im Jeep bei Sascha, im Cabrio bei Jonny oder hinten auf der Harley bei Rainer. Hat sich in L.A. kurzerhand entschlossen, als nächstes den Motorradführerschein zu machen und nocheinmal hierher zu kommen - eine sehr gute Entscheidung! Mitfahrerin Mietwagen.


 

Teilnehmer MichaelK

Michael K. (60)

War schon mit dem Mietwagen in Kanada unterwegs, merkte aber sehr schnell, dass das amerikanische Straßensystem und das Fahren in der Kolonne in den Großstädten deutlich anspruchsvoller ist. Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit seinem Navi konnte aber auch er die Tour in vollen Zügen genießen.
Mietwagen (Jeep Grand Cherokee).


 

Teilnehmer Alexandra Alexandra P. (45)

Zwei Jahre musste Alexandra warten, bis sich ihr Traum von einer Reise auf der Route 66 für sie erfüllte. Musste 2013 kurzfristig die Reise absagen und genoss sie dafür jetzt in vollen Zügen. Als Beifahrerin bei Ina und Jonas und als Teilzeitfahrerin bei Michael machte sie sich sehr nützlich in der Gruppe. Konnte sich nur schwerlich von den freilaufenden Eseln in Oatman trennen. Mitfahrerin Begleit-Van.


 

Teilnehmer Ina Jonas Ina R. und Jonas K. (Fahrerin Begleit-Van)

Die Lebensgefährtin von Hans-Jörg war als Fahrerin des zweiten Begleitwagens engagiert und nahm sich gleich Verstärkung mit in persona ihres Neffen Jonas. Holte sich als Sozia bei einem Kurztrip auf der Harley eine deftige Brandblase am Bein und vergaß ihren Büstenhalter im Saloon des Elbow's Inn, der jetzt dort neben vielen anderen die Decke ziert. Konnte vereinzelt ihre physiotherapeutischen Kenntnisse bei Rückenschmerzen anwenden. Fahrerin Begleit-Van.


 

Teilnehmer ThomasM Thomas M. (†) - Fahrer Gepäckwagen/Service Car

Arbeitete die ganze Zeit sehr zuverlässig und hilfsbereit im Hintergrund und versorgte uns unterwegs laufend mit kühlen Getränken und frischem Obst. Seine Feierabend-Bar nach Ankunft am Etappenziel war während des ganzen Tourverlaufs legendär. Konnte auch dankenswerterweise kleinere technische Mängel an den Motorrädern vor Ort beheben. Fahrer Gepäckwagen.

Update: Thomas verstarb am 11.01.2017 nach langer und schwerer Krankheit. Wir werden ihn in bester Erinnerung behalten, R.I.P.


 

Teilnehmer Bernd Uli Bernd (45) und Uli M.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Lesen des Roadbooks sah man die Beiden nur noch sporadisch in ihrem schwarzen Mustang auf der Route 66 dahinbrausen. Abends unterhielt uns Pilotin Uli (!) jedoch ausführlich über ihre Erlebnisse auf der "Mother Road". Nach zwei unverschuldeten "Stupsern" in Chicago und Williams tauschten die beiden das etwas zerbeulte Auto in Las Vegas problemlos gegen ein Neues ein. Mietwagen (Ford Mustang Cabrio).


 

Teilnehmer PeterS Peter S. (73)

Unser "Nordlicht" aus Niedersachsen war als ältester Teilnehmer auf seiner zweiten Gesamtbefahrung der Route 66 unterwegs. Immer noch voller Tatendrang war es ab und zu schwierig, ihn in der Gruppe unter Kontrolle zu halten. Fuhr die meiste Zeit große Teile der Etappen mit seinem pfiffig angebrachten Flüssigkeitskanister auf dem Rücksitz und seinem hochgeschobenem T-Shirt bauchfrei alleine durch die Lande. Trotzdem zollen wir ihm großen Repekt vor dieser Leistung.
Motorrad (HD Road King).


Was uns noch aufgefallen ist:

Renate, Bernhard S. und Tourguide Wolle haben alle drei am gleichen Tag Geburtstag, Bernhard und Wolle sogar im selben Jahr - was für ein Zufall...

 

 

1. Tag: Ankunft der Teilnehmer

Bevor wir die Teilnehmer am Flughafen nachmittags in Empfang nehmen konnten, gab es für uns noch eine nicht gerade unwichtige Sache zu erledigen:

Vorab-Check bei Eaglerider

Ein kurzer Besuch beim Motorradverleiher Eaglerider, um sicherzustellen, dass auch alle die Motorräder bekommen werden, welche sie bei der Buchung ausgesucht hatten. Wir bekamen ein grundsätzliches OK, nur mit den 2 Softail Heritages und den 2 Fat Boys gäbe es anscheinend etwas Probleme:

• Zum einen fand in dieser Zeit das größte Motorradtreffen der Welt in Sturgis statt. An der diesjährigen 75. Jubiläumsveranstaltung wurden dort anscheinend über 1,2 Millionen Harleys erwartet, und da stösst auch der größte Motorradverleiher der USA an seine Grenzen, denn zu diesem Treffen kommen auch viele Biker aus aller Welt, die sich vor Ort zu diesem Event eine Harley ausleihen. Bevorzugte Stationen sind dabei Denver, Chicago, Las Vegas und Sturgis selbst.

• Zum anderen liegt Eaglerider momentan wohl USA-intern im Zwist mit Harley-Davidson und forciert aktuell im Verleih die Indian- und Victory-Motorradmarken.

Aber nachdem wir die Motorräder ja bereits vor über 3 Monaten gebucht hatten, gehen wir davon aus, dass die bestellten Motorräder auch vor Ort sind.

Trotzdem blieb bei uns ein flaues Gefühl im Magen, da wir vor 2 Jahren eine ähnliche Situation gehabt haben, und kaum einer das Motorrad erhielt, das er als 1. oder 2. Wahl angegeben hatte. Die Enttäuschung bei einigen Teilnehmern war damals ziemlich groß, wobei sich nach ein paar Fahrtagen herausstellte, dass die "downgegradeten" Harleys genauso souverän die Strecke bewältigten...

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Empfang der Teilnehmer am Flughafen

Anja und Wolle fuhren danach mit einem der beiden Mustangs zum Flughafen, um das Gros der Teilnehmer abzuholen, während Thomas die schon etwas früher angekommenen Teilnehmer im Hotel in Empfang nehmen konnte.

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Da die meisten Teilnehmer mit der selben Maschine ankamen, verlief der Empfang am Flughafen - von einer längeren Wartezeit aufgrund der Immigrationsprozedur abgesehen - recht problemlos. Außer den Fahrern der Mustangs und des 2. Begleit-Vans, die zum Autovermieter fuhren, kamen die Teilnehmer per Taxi zum Hotel in die Innenstadt.

 

Meet & Greet und Buddy Guy am Abend

Dort konnten wir dann abends zum ersten Mal alle zusammen begrüßen und die weitere Vorgehensweise besprechen. Fast alle, denn ausgerechnet unser mittlerweile USA-erfahrener Peter S. hatte wohl in Frankfurt das Flugzeug verpasst und traf dann irgendwann spät in der Nacht im Hotel ein.

Das Abendessen wurde im hoteleigenen Restaurant eingenommen, der weitere Abend stand zur freien Verfügung.

Diejenigen, die sich nach dem Essen nicht gleich ins Bett legten, machten sich auf zu einem kleinen Spaziergang, denn (Insidertipp!) 2 Blocks um die Ecke unseres Hotels befindet sich die Musikkneipe von Buddy Guy, der noch letzte aktive Bluesmusiker in der alten Garde wie B.B. King, Muddy Waters, Howlin' Wolf, Marvin Gaye oder Johnny Lee Hooker.

Der 79-jährige soll wohl selbst ab und zu dort zu sehen sein, bei unseren bisherigen Besuchen haben wir dort aber lediglich jammende Livemusiker vorgefunden.

Als wir gegen 21 Uhr die Kneipe erreichten, waren wir etwas enttäuscht, da auf einem Schild stand, dass dort bis 21:30 Uhr eine private Veranstaltung stattfand. Also enterten wir solange die Eckkneipe gegenüber und nahmen dort ein paar Starter ein. Pünktlich öffnete Buddy Guy's Legends ein halbe Stunde später und wir stürmten das Lokal. Und welche Überraschung! Die 79-jährige Blueslegende war tatsächlich anwesend und "gewährte" uns sogar ein kurzes Gespräch mit Grüßen in die Region Stuttgart, die er wohl von seinen Konzerten in Europa her kannte.

Auf der Bühne fanden sich derweil in einer wild zusammengewürfelten Formation wildfremde Musiker zu einer Session zusammen und unterhielten das Publikum mit dem für Chicago typischen Blues. Nach ein paar Whiskey-Colas übermannte dann auch den letzten unserer Teilnehmer die Müdigkeit und so trollten wir uns wieder zurück in unser Hotel.

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2. Tag: Sightseeing Chicago

02 02Der Tag begann früh um 7:30 Uhr vor dem Hotel, auch der spät in der Nacht angereiste Peter war schon wieder fit. Fast alle hatten sich das Tour T-Shirt übergezogen, hatten wir doch kurze Zeit später einen wichtigen Fototermin:

Drei Straßenblocks weiter in der Adams St befindet sich der offizielle Startpunkt der Route 66, und bei dessen Schild am Straßenrand wollten wir natürlich ein offizielles Startbild schießen.

P.S.: Man beachte den sorgfältig angebrachten Aufkleber in Herzform zwischen dem "B" und dem "E"...

Bus-Stadtrundfahrt

Nach diesem gemeinsamen Termin trennte sich die Gruppe. Über die Hälfte der Teilnehmer hatten eine ausgiebige 4-stündige Stadtrundfahrt mit dem Bus gebucht, die sich für einige im Nachhinein als zu lange und für nicht so englischversierte Touristen als recht anstrengend erwies.

Lou Mitchell's und weitere Sehenswürdigkeiten

Der andere Teil der Gruppe wanderte den Jackson Blvd entlang zum Frühstück bei Lou Mitchell's, einer historischen Bäckerei aus der Zeit zu Beginn der Route 66.

Auf dem Rückweg trennte sich dann auch diese Gruppe, da einige auf die Aussichtsplattform des Willi's Tower die herrliche Aussicht über Chicago genießen wollten. Andere schauten sich weitere Sehenswürdigkeiten der Großstadt an oder machten eine Fahrt mit der berühmten Hochbahn.

Übernahme des Gepäckfahrzeuges

01 01Wolle fuhr am Nachmittag mit Thomas in einen Vorort von Chicago hinaus, um beim Vermieter U-HAUL einen Kleinlaster zu übernehmen, den wir bei der Tour als Gepäckwagen mitfahren lassen. Normalerweise reicht bei einer Tour dafür ein Mini- oder Cargo-Van aus, aber bei über 40 Teilnehmern wollten wir dann lieber doch auf "Nummmer sicher" gehen.

Der Kleinlaster wurde anschließend in der nicht gerade billigen Hotelgarage eingestellt. Das Parken in den Großstädten der USA ist bekanntermaßen unmöglich oder ziemlich kostspielig, da freie Parkplätze am Straßenrand so gut wie nicht zu finden sind oder zeitlich stark eingeschränkt sind. Diesen Umstand machen sich die öffentlichen und privaten Parkhäuser in den Städten gerne zunutze und sahnen bei den Parkgebühren kräftig ab. So kann das Parken über Nacht (ab 8 Std.) durchaus 'mal bis zu 60 US$ pro Fahrzeug kosten...

Bootstour auf dem Chicago River

Um 14:30 Uhr begann für einige die vorgebuchte Bootsfahrt auf dem Chicago River und auf dem Lake Michigan, wo man die Wolkenkratzer und die Skyline einmal aus einem anderen Blickwinkel anschauen konnte.

 

Dinner bei Dell Rhea's Chicken Basket

02 03Am Abend checkten im Hotel noch zwei weitere Gäste ein: Frank und Marianne aus Moline waren extra wegen uns 175 Meilen hierher gefahren um mit uns 2 Tage zu verbringen. Frank, der aus seiner Army-Zeit in Heidelberg etwas Deutsch versteht und mittlerweile in Rente ist, war eines der ersten Clubmitglieder in unserem Verein überhaupt und hatte uns bereits vor 2 Jahren ein Stückchen auf der Route 66 begleitet. Er genoß es sichtlich, einmal wieder deutsche Sprachfetzen zu hören und zeichnete sich Tage später auch dafür verantwortlich, dass unser Sigi seinen "vergessenen" Koffer in Las Vegas wieder in Empfang nehmen konnte. Ein herzliches Dankeschön für seine Bemühungen an dieser Stelle!

Das Abendessen in einem Vorort von Chicago hatten wir auf 19 Uhr reserviert, anstatt gewöhnlicher Taxis hatte Anja für die 20-minütige Fahrt dorthin zwei typisch amerikanische Großraum-Limousinen organisiert. Fast gab es noch Streit, wer wohl mit der Stretch-Limo fahren durfte, aber man einigte sich dann doch gütlich und wechselte sich auf der Rückfahrt kameradschaftlich ab.

Kulinarisch bot das historische Restaurant an der alten Route 66 nicht gerade Feinschmecker-Delikatessen, jedoch - wie der Name schon sagt - Chicken-Spezialitäten in allen Variationen im Ambiente der alten Route 66.

Die vollen Mägen und die vom vielen Wandern müde Beine taten ein Übriges, und so traten fast alle gegen 22 Uhr die Bettruhe an. Morgen ging es ja los auf die Route 66...

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3. Tag: Auf den Spuren der Blues Brothers

Der Kinofilm "Blues Brothers" mit den Schauspielern John Belushi und Dan Akroyd aus dem Jahr 1980 begleitete uns auf den ersten Meilen der Route 66 ab Chicago.

Aber erst der Reihe nach: Eaglerider schickte uns am Morgen um 8 Uhr einen Bus für den Transfer zu ihrer Vermietstation in Countryside direkt an der Route 66. Eine halbe Stunde vorher schon machte sich Ina und Jonas mit Sascha und Michael im Begleitvan auf den Weg zum Flughafen, wo diese Ihre Mietwägen abholen konnten und dann direkt zu uns bei Eaglerider stossen sollten.

Schrecksekunde bei der Abfahrt

So war der Plan. Kurz nach der Abfahrt an der ersten Abbiegung direkt vor dem Hotel schubste der schöne weiße Mustang gleich 'mal sein schwarzes Pendant in die Kreuzung, der vorschriftsmäßig stoppte, um einen Fußgänger über die Straße zu lassen. Gottseidank nur ein leichter Blech(oder Plastik?-)schaden, die beiden konnten nach kurzer interner Beratung ohne den hier üblichen Großeinsatz von Sicherheitskräften wie Polizei, Feuerwehr oder Krankenwagen gleich weiterfahren. Wolle, der das Ganze mit Thomas im Gepäckwagen dahinter aus der ersten Reihe beobachten konnte, schlug die Hände über dem Kopf zusammen, nachdem er mit Anja 3 Tage lang mit aller gebotenen Vorsicht die Mustangs 3.000 km von Las Vegas ohne einen Kratzer hierhergefahren hatte. Nun ja, die Autos waren ja noch fahrbar und versichert, und wozu schließt man denn diese im Vorfeld ab, Hauptsache es gab keinen Personenschaden!

03 01Motorradverschieberei

Der nächste Knaller kam dann bei Eaglerider. Natürlich waren wieder nicht alle vorbestellte Maschinen vorrätig, entweder sie waren in Sturgis oder auf einem mysteriösen Lastwagen auf dem Weg von Florida hierher. Lt. Mauri, der zwei Tage später dort ebenfalls seine Maschine abholen wollte, hatte der Lkw wohl unterwegs einen Unfall und war angeblich immer noch nicht in Chicago angekommen...

Wenigstens erhielten alle (bis auf Mauri) gleichwertigen Ersatz der Marke Indian, so dass qualitätsmäßig niemand schlechter wegkam. Das Gros der GEA-Leser war sowieso zuhause auf BMW fixiert, daher war es den Meisten egal, mit welcher Marke sie in den nächsten Tagen die Highways unsicher machten. Nur unser Teilnehmer aus der Schweiz beharrte auf seiner bestellten Fat Boy - und wollte auf die Ankunft des Lkws warten. Mit Engelszungen und einiger Trickserei "verkauften" ihm Wolle und Eaglerider-Chef Dave schließlich eine stylisch hergerichtete Fat Bob, so dass auch er sich zufrieden "on the road" machen konnte. Und der eigentlich für diese Maschine vorgesehene Fahrer René kam so in den Genuß einer Indian Chief, mit welcher er ebenfalls bis zum Schluß zufrieden war.

Dave, dem Filialleiter von Eaglerider Chicago, war die ganze Sache sehr unangenehm, er konnte aber mangels Alternativen adäquater Motorräder an diesem Tag leider auch nichts für uns ausrichten. Als kleine Entschuldigung für die ganzen Umstände spendierte er spontan allen Teilnehmer abends in unserem Motelrestaurant in Springfield ein Abendessen.

Die Abfahrt verzögert sich

Im Laufe der Mauscheleien und Herumschiebereien der verschiedenen Modelle an ihre zukünftigen Fahrer bemerkte schließlich einer der Teilnehmer, der sich beim benachbarten Harleyhändler nebenher noch mit letzten Utensilien versorgte, dass er im Hoteltresor seinen Geldbeutel samt Kreditkarte vergessen hatte. Das ist normalerweise nicht so schlimm, aber die ca. 18 Meilen lange Fahrt von Eaglerider ins Hotel im Stadtzentrum und zurück dauert während des Berufsverkehrs nun gut und gerne 2 Stunden! Er machte sich mit Thomas im Gepäckwagen sogleich auf den Weg ins Hotel - und die Reiseleitung verschob gedanklich schon 'mal den geplanten Abfahrtszeitpunkt von 10:30 Uhr auf 12:30 Uhr mittags...

So kam es dann schließlich auch und gegen die Mittagszeit konnte sich unser Tross mit 23 Motorrädern und 7 Autos endlich auf den Weg bzw. auf die Route 66 machen.

Endlich kann es losgehen!

BluesBrothersMovieErster Anlaufpunkt nach gemächlicher Fahrt durch die Vororte von Chicago war das Städtchen Joliet, das nicht nur als Heimatort von keinem geringeren als Al Capone bekannt wurde, sondern auch als Drehort für den Film "Blues Brothers" herhalten durfte. "Joliet" Jake Blues wird gleich in der Anfangsszene des Films von seinem Bruder Elwood Blues aus dem dortigen Staatsgefängnis abgeholt.

Elwood heißt übrigens auch der Ort an der Route 66 kurz nach Joplin. Dort trafen wir auch wieder unsere Autos und Begleitwägen, die wir an den Baustellen- und Ampelkreuzungen im Stadtverkehr von Joliet nach einem Route 66-Museumsbesuch und dem besagten Joliet Prison kurz verloren hatten.

Die bebauten Gebiete und das Verkehrsaufkommen an sich wurden weniger, je weiter wir uns von Chicago entfernten. Aufgrund der verspäteten Abfahrt war der Zeitplan schon recht gedrängt und so konnten wir nicht bei jeder sonst üblichen "Roadside Attraction" der Route 66 anhalten. Ein Stopp an der Gemini Giant Statue in Willmington und am Polk-A-Dot in Braidwood war jedoch Pflicht. Dort wurde dann auch gleich ein kleines Mittagessen eingenommen, das sich bei über 40 Personen jedoch ziemlich in die Länge zog.

Frisch gestärkt ging es anschließend nach Gardner, wo das kleine 2-Cell Jail und das ehemalige Streetcar Diner zu besichtigen war.

Nächster Anlaufpunkt war das Illinois Route 66-Museum in Pontiac mit seiner schön bemalten Fassade und dem skurillen Wohnmobil von Bob Waldmire, mit dem der 2009 verstorbene Eremit und Kartograph sein Leben lang die Route 66 auf und ab tingelte.

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Über Lexington und Towanda ging es weiter in Richtung McLean, wo eine Tankpause eingeplant war.

Erster Zwangsstopp

Ein paar Meilen vor McLean blieben wir mit dem ersten technischen Defekt liegen: An Reinholds Road Glide hatte sich der Ganghebel gelockert, so dass er nicht mehr in der Lage war zu schalten. Während wir beratschlagten, was zu tun ist, wurde der Schaden unkompliziert und schnell von Thomas und einem zufällig vorbeifahrenden einheimischen Harleyfahrer mittels Kabelbinder provisorisch behoben (Reinhold hatte "vorsorglich" gleich 100 Stck. davon eingepackt). Der ehemalige Polizist und jetzige "Schrauber" in einer Harley-Werkstatt zeigte uns dann noch eine schön zu fahrende Umleitung, da die Straße nach McLean in ihrem weiteren Verlauf wegen Brückenarbeiten gesperrt war. So verloren wir nicht allzuviel Zeit, wobei es schon leicht dämmerte und unser Etappenziel Springfield immer noch gut 50 Meilen entfernt war.

Auf halbem Weg dorthin stoppten wir noch kurz in Lincoln am Railsplitter Covered Wagon, dem größten Planwagen der Welt mit der Figur von Abraham Lincoln auf dem Kutschersitz.

Erstes Etappenziel erreicht!

Als wir schließlich gegen 19:30 Uhr Springfield, die Hauptstadt des Bundesstaates Illinois, erreichten, war es schon dunkel und es begann leicht zu tröpfeln - das hatte uns gerade noch gefehlt! Aber es hörte gleich wieder auf und so hatten wir nur noch die Sorge, dass unser von Eaglerider gespendetes Abendessen im Restaurant ausfallen würde. Denn erfahrungsgemäß schließt das Restaurant dort um 19 Uhr...

Aber Frank und Marianne, die unseren Konvoi in ihrem neuen Mercedes ab Chicago begleitete, hatten bereits arrangiert, dass das Restaurant im Route 66 Hotel & Conference Center aufgrund unserer verspäteten Ankunft heute ausnahmsweise länger geöffnet hatte, und so brachten wir schnell unser Gepäck auf die Zimmer und trafen uns dann im Restaurant zum Essen.

Langsam fiel die Anspannung des ersten Tages von uns ab, viele von uns waren ja immer noch in der Gewöhnungsphase an die schweren Maschinen und taten sich mit dem Fahren im Konvoi, den vielen Stopps und Eindrücken und dem Tourablauf insgesamt noch etwas schwer.

Aber das wird jetzt von Tag zu Tag besser werden, die Stimmung war trotz des aufregenden und anstrengenden Tages jedenfalls bestens!

 

 

4. Tag: Hillibillies, Oldtimer, Hasen - und keine Koffer

Nach dem stressigen Vortag beschlossen wir den 2. Tag auf der Route 66 etwas gemütlicher anzugehen. Um 7:30 Uhr fuhren wir ein paar Meter weiter vom Hotel zum Cozy Dog, wo der berühmte Corn Dog erfunden wurde, ein Hot Dog nicht im Brötchen, sondern in einem Gemüseteig-Mantel. Für uns Europäer nicht gerade das typische Frühstück, aber der/die eine oder andere konnte der Neugier nicht widerstehen.

Das berühmte Restaurant öffnet erst um 8 Uhr, daher mussten wir noch ein paar Minuten vor verschlossener Tür warten. Obwohl wir die ersten (und fast einzigen) Gäste waren, zeigte sich das Personal im Restaurant mit 40 hungrigen Gästen ziemlich überfordert und so konnten wir uns erst kurz nach 9 Uhr wieder auf die Strecke machen.

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Das Wecken der Hillbillies

04 01Immer noch zu früh für Rick und Christine von Becky's Barn, die wir eine halbe Stunde später erst einmal herausklingeln mussten. Der Hillibilly (Anm.: die Vorstufe zum Redneck) entschuldigte sich für seine ungekämmten Haare und seine ungeputzten Zähne und öffnete aber für uns sogleich seinen Souvenirladen, der uns eher an einen Indoor-Flohmarkt erinnerte - hunderte von Dingen, die man gerade nicht braucht...

Becky, die Namensgeberin dieses Platzes, verstarb überraschend am Anfang des Jahres und eine von uns im März überreichte Gedenktafel ziert heute den Ladentisch.

Auf den Spuren amerikanischer Zeitgeschichte

04 01Becky's Barn liegt an einem historischen Streckenteil der Route 66, denn hier sind noch 1,5 Meilen originaler roter Kopfsteinpflasterbelag aus dem Jahr 1926 vorhanden, den wir anschließend aus pressetechnischen Gründen gleich zweimal in schöner Formation befuhren.

Weiter ging es ungefähr eine Stunde lang in sehr entspannter Fahrt vorbei an unendlich großen Mais- und Sojafeldern über Land und durch schöne kleine Dörfer auf der alten Straße inkl. kurzer Tankstellenpause nach Süden.

Nach der Überquerung der Interstate 55 (Chicago - St. Louis) war ein kurzer Stopp an der alten Soulsby Service Station in Mt. Olive angesagt. Das wahre Alter dieser ehemaligen Tankstelle sieht man an dem Baum, der sich im Laufe der Jahre mitten zwischen 2 Schienen einer ehemaliger Werkstattrampe seinen Platz gesucht hat, und heute in stattlicher Größe Schatten spendet.

Blechliesel und Cadillacs in ihrer schönster Form und großer Auswahl

04 01Bei Country Classic Cars ein paar Meilen weiter konnten wir unzählige mehr oder weniger gut restaurierte Oldtimer aller Marken in 6 großen Hallen und auf einem riesigen Freigelände anschauen.

Die von der Reiseleitung genehmigte Stunde reichte natürlich in keinster Weise aus, um alle Fahrzeuge genau unter die Lupe zu nehmen. Eine 6-seitige, doppelt und eng beschriebene Liste konnte man mit nach Hause nehmen, um sich dort in aller Ruhe vielleicht sein Lieblingsfahrzeug auszuwählen (Anm.: die Autos kann man sich auch nach Deutschland schicken lassen!).

Von Bunnies und Rabbits an der Route 66

04 01Wenige Meilen später wartete nämlich schon das nächste Highlight auf uns: Rich Henry von Henry's Rabbit Ranch hat sich ganz und gar dem Thema Rabbits, also Hasen aller Art, verschrieben. Dies beginnt schon bei der Einfahrt in seinen Hof, wo ganz nach Art der Cadillac- bzw. Bugg-Ranch (kommen später noch) sieben 4-rädrige "Rabbits" schräg in den Boden eingelassen sind. Der VW Golf wird ja bekanntlich in den USA unter dem Namen "Rabbit" verkauft. Auf dem ganzen Anwesen sind Hasenkäfige verteilt und normalerweise sitzt auf der Theke im Laden ebenfalls ein großer Brauner. Wenn er gut drauf ist, knabbert er auch die gekauften Postkarten an, so dass der Kunde ein individuelles und einmaliges Souvenir nach Hause schicken oder bringen kann!
Natürlich wurde das obligatorische Gruppenbild vor dem überlebensgroßen Hasen im Garten aufgenommen!

Unsere "Zaungäste" Frank und Marianne aus Moline verließen uns jetzt und blieben noch eine Weile bei Rich auf seiner Farm.

Aufgrund unbefestigter Seitenstreifen und Schotter bzw. Kies auf der Straße purzelte hier beim Rangieren schon die erste Harley um, blieb aber auf den Sturzbügeln liegen, so dass Fahrer und Maschine unbeschadet weiterfahren konnten.

Das Mittagessen musste an diesem Tag mangels Gelegenheiten ausfallen, bzw. wurde bei einem Tankstopp in Edwardsville beim benachbarten McDonalds bzw. in umliegenden Restaurants eingenommen.

Nervenkitzel am Mississippi

Der nächste kurze Stopp wurde am Luna Café kurz vor dem Mississippi abgehalten, bevor wir auf der Ostseite des "Ol' Man River" die alte Chain-of-Rocks Bridge erreichten. Auf dieser, in der Mitte um 30° geknickten Brücke, floß früher der gesamte Route 66-Verkehr über den Mississippi. Heute ist die Brücke nur noch für Fußgänger und Radfahrer geöffnet, bis vor einigen Monaten durfte man die kamerüberwachte Brücke auch noch gegen Bezahlung (Spende) mit einer Ausnahmegenhmigung für Motorräder befahren. Also machten sich fast alle auf die Socken und marschierten über den Mississippi, während sich die Restlichen überlegten, ob sie den Kameras vielleicht doch ein Schnippchen schlagen sollten. Drei Mutige fanden sich dann doch ("wer hat's erfunden...?"), die bis heute zuhause geduldig auf ihre Strafzettel aus St. Louis warten...

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Geplant war nun eine Fahrt auf der Ostseite des Mississippis hinunter nach St. Louis, wo sich eine Aussichtsplattform befindet, von wo aus man wunderschön die Skyline von St. Louis im Blick hat. Eine Fahrt mit dieser Kolonne durch diese Großstadt wollten wir uns eigentlich sparen, da aufgrund der vielen Ampeln und Kreuzungen ein Auseinanderreißen und sich Verlieren vorprogrammiert ist.

Unfreiwillig ins Zentrum

04 01Aber da haben wir die Rechnung ohne den Wirt (bzw. die Straßenbehörde) gemacht! Die Straße zum "Mississippi Overlook" gab es nämlich nicht mehr bzw. war wegen Bauarbeiten geschlossen, und so wurde der ganze Tross über die Stan Musial Veterans Memorial Bridge über den Fluss umgeleitet und wir befanden uns plötzlich doch mitten in Downtown St. Louis. Und auf wundersame Weise konnten wir die Gruppe bis zum Gateway Arch zusammenhalten, wo wir unsere Maschinen verbotenerweise neben einem Bauzaun parkten um einen kurzen Fotostopp einzulegen - wenn man dann schon 'mal da ist...!

Endspurt

Nach diesem ausserplanmäßigen Stopp mitten im Zentrum von St. Louis ackerten wir uns wieder mit der ganzen Kolonne mühevoll durch die Stadt, um kurz danach auf der Gravois Ave. den Faden der historischen Route 66 wieder aufzunehmen. Gegen 18:30 Uhr erreichten wir schließlich unser Route 66-Motel in Kirkwood und jeder freute sich schon auf ein erfrischendes Bad im moteleigenen Pool nach der anstrengenden Fahrt durch die Metropole St. Louis.

Aber die einzigen, denen dies vergönnt war, waren Sascha und Nadine, die ihr Gepäck "am Mann" bzw. im Jeep hatten, alle anderen schauten erst 'mal in die Röhre - keine Spur vom Gepäckwagen, auch Michael mit seinem Jeep und der schwarze Mustang fehlte. Irgendwo in den Wirren der Großstadt mussten wir den hintersten Teil unseres Konvois vermutlich an einer Ampelkreuzung verloren haben...

Nach gut einer Stunde unruhigen Wartens endlich ein Aufatmen. Alle drei kamen fast zeitgleich am Motel an, Michael hatte sich wohl "etwas" verfahren und Thomas "führte" ihn dann wohl behutsam durch die Stadt bis zum Motel.

Also schon wieder nichts mit einem gemütlichen Feierabendbier am Pool, dafür entschädigte uns das Motel mit seinem angeschlossenen Restaurant und Bar bis spät in die Nacht auf der Terrasse mit Steaks, Bier, Whiskey, Tequila und guter Musik.
 

Morgen dürfte es dann gemütlicher werden, es geht nämlich raus aus der Stadt und wir haben nur läppische 130 Meilen zu fahren...

 

 

5. Tag: Eintauchen in die 50er Jahre und ein Striptease im Elbows Inn

Irgendwo zwischen dem Motel in St. Louis und dem 35 Meilen entfernten Villa Ridge liegt einsam und verlassen ein Harley-Schlüssel, passend zu der Road Glide von Reinhold...

05 03Einladung bei Bourbeuse Valley Harley-Davidson

Dies wurde allerdings erst bemerkt, nachdem Reinhold seinen kleinen Getriebeschaden bei Bourbeuse Valley Harley-Davidson reparieren ließ und die Maschine wieder starten wollte. Der Harley-Davidson©-Händler hatte schon auf uns gewartet, empfang uns mit Erfrischungen und Getränken und "köderte" uns damit zum ausgiebigen Shoppen in seinem Store.

Zuvor cruisten wir nach dem Verlassen der Metropole St. Louis fast eine Stunde auf der MO-100 (Historic Route 66) durch kurvige Hügel und Wälder und genossen die frische Mogenluft. Peter, der schon vor der Abfahrt am Motel samt Motorrad unauffindbar war, trafen wir zufällig an einer Baustelle kurz vor dem Harley-Händler wieder.

Mittagspause in Cuba

05 03Nach gut einer Stunde und dem Kurzschließen der Harley von Reinhold fuhren wir weiter auf der alten Straße, die in diesem Bereich direkt neben der Interstate verläuft. Über St. Clair und Sullivan führte uns die Route 66 nach Cuba, wo wir neben dem Wagon Wheel Motel (das älteste noch betriebene Motel an der Route 66) im Missouri Hick Bar-B-Q Mittagspause machten.

Nach Cuba, das sich mit seinen vielen Wandbemalungen an den Häusern auszeichnet, ging es Schlag auf Schlag: Beim Besuch von Bob's Gasoline Alley, eine immense Ansammlung alter Tankstellenschilder, hatten wir Glück, und der Besitzer selbst war auf dem Grundstück anwesend. Bereitwillig öffnete er seine Tore und gab uns einen einmaligen Einblick in seine Scheune, die er nach Bestellung für Feiern aller Art vermietet. Diesen Einblick erhalten nur ausgewählte Gäste des Anwesens, das zu 100% in Privatbesitz ist und Bob nur selten dort anwesend ist.

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05 03Gerademal eine Meile weiter steht neben der Fanning Outpost der (angeblich) größte Schaukelstuhl der Welt. Die Fanning Post lebt ansonsten vom Verkauf von Route 66-Souvenirs und der Möglichkeit des Armbrustschießens im hinteren Bereich des Anwesens. Leider mussten wir den Platz relativ schnell wieder räumen, da ein vorbeifahrender Sheriff die verbotenerweise auf der Straße abgestellten Motorräder monierte.

Über Rolla (einschl. Tankstopp mit verbalem "Einlauf" vom Road Captain für Peterchens Solofahrt am Morgen) ging die Fahrt weiter neben der Interstate her bis zu Devil's Elbow, eine frühe Straßenführung der Route 66. Die schon in die jahre gekommene Straße führte uns hier über eine alte, erst kürzlich restaurierte Stahlbrücke, die den Pine River überspannt.

Striptease im Saloon

05 03Kurz vor der Brücke, in einem alten Bretterverschlag - genannt Elbows Inn, finden wir einen Saloon wie aus dem Bilderbuch mit ein paar Einheimischen an der Theke, einen Billardtisch in der Ecke und draußen hinter dem Zaun einen rustikalen Grillplatz. An der Decke hängen hunderte von Büstenhaltern. Auf die Frage von Petra, wie diese denn dahin gekommen sind, wurde uns mitgeteilt, dass diese von (weiblichen) Gästen stammen, die hier einfach eine gute Zeit gehabt haben und sich irgendwann ihres BH's entledigten. Der Boss des Saloons hängt diesen dann zu den anderen an die Decke. Aha, so geht das also.

05 03Nachdem Matze seiner Mutter dieses Unterfangen aus pietätischen und moralischen Gründen angesichts ihres fortgeschrittenen Alters (Alter schützt vor Torheit nicht) ausgeredet hatte, fand sich mit Ina jedoch eine prädestinierte Kandidatin für diesen Job. Mit der Aussage "en dr Sauna sieht ma mi doch auch nacket" legte sie daraufhin einen filmreifen Strip hin, so dass sie spontan Standing Ovations vom anwesenden Publikum erhielt. Die Bilder, die ich während dieser Aktion geschossen habe, sind leider allesamt verwackelt (warum bloß?), aber irgendwo muss noch ein Filmmitschnitt herumschwirren. Inas Büstenhalter ziert jedoch seither ebenfalls die Decke des ehrwürdigen Elbows Inn...

Endlich Pooltime!

05 03Schon 10 Minuten später kamen wir an unserem Etappenziel im Motel von St. Robert an und einige hatten endlich einmal Zeit sich noch für eine Stunde mit einem Bierchen an bzw. in den Pool zu legen.

 
Das Abendessen wurde ein paar Meter weiter in Missouri Uranus eingenommen, ein relativ neuer Platz mit Burlesque Saloon und Chicken Bones Party Bar & Grill. Dort belegte die ganze Gruppe die Terrasse und füllte sich bei bester Stimmung die Bäuche.

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6. Tag: Wetterkapriolen, Red Oak II und "Melba the Mouth" im Dreiländereck

06 01Hügeliges, bewaldetes Kurvenfahren bei wenig Verkehr abseits der Interstate auf der alten Route 66. Das ist typisch für den Bundesstaat Missouri mit seinem Ozark-Gebirge. Und das genoss die ganze Gruppe schon am frühen Morgen, als sie gemütlich das Städtchen Lebanon ansteuerte. Das Fahren in der Gruppe wurde nun jeden Tag harmonischer und besser, man war mittlerweile recht gut aufeinander eingespielt.

Kurzbesuch im Munger Moss

Hier wartete schon die Betreiberin Ramona Lehmann mit Ehemann Bob im Munger Moss auf uns. Das ebenfalls historische Motel mit seiner 66-typischen Neonbeleuchtung ist auf fast jedem Reiseführer abgebildet, da ist natürlich ein Gruppenbild Pflicht. Eigentlich wollten wir mit der ganzen Gruppe hier bei Ramona und Bob übenachten, aber aufgrund des an diesem Wochenende stattfindenen jährlichen Gospel-Festivals waren zu diesem Termin nur noch wenige Zimmer frei.

Souvenirs und Süssigkeiten bis zum Umfallen

06 01Nach einer kurzen Unterhaltung mit den Beiden ging es weiter auf der einsamen, typisch welligen Straße bis zum World's Largest Gift Store, lt. eigenen Angaben der größte Souvenirladen der Welt mit der Candy Factory nebendran, wo man sich mit Süssigkeiten aller Art eindecken konnte.

Ein Gewitter zieht auf

Auch typisch für Missouri ist die Unbeständigkeit des Wetters, wir befinden uns hier schließlich in dem Tornadogebiet der USA schlechthin. Tornados sind im Hochsommer aber eher selten, dafür kann man in dieser Gegend von jetzt auf Nachher in ein schweres Gewitter einfahren. Auch heute zogen schon schwarze Wolken vor uns auf, da kam die Pause in Phillipsburg gerade recht. Kurz vor der Abfahrt ein Telefonanruf aus dem schwarzen Mustang, der bereits 30 Meilen vor uns fuhr: "Achtung Wolkenbruch, ganz Springfield steht unter Wasser!"

Keine guten Nachrichten, also wurde die Pause kurzerhand um eine halbe Stunde verlängert. Immer mit einem Auge am Himmel und viel Erfahrung im Geiste, gab die Reiseleitung schließlich das Kommando zur Abfahrt. Ein paar Übervorsichtige von uns hatten sich angesichts des wolkenverhangenen Himmels bereits in ihren Regenkombi samt Zusatzüberzieher an den Schuhen und Handschuhen gezwängt, einer von uns hatte überhaupt keine Regenbekleidung dabei (...wer hat's erfunden?). Schon nach ein paar Meilen begann es immer wieder leicht zu tröpfeln, aber nicht so, dass der Konvoi anhalten und irgendwo unterziehen musste. Das wäre auch nicht so einfach gewesen, mitten in der Pampa... Die Straße war zwar noch nass, vor uns zuckte auch ab und zu ein Blitz herab, aber wir hatten Glück und ein gutes Näschen und fuhren konstant ein paar Minuten hinter dem Gewitter her.

In Springfield war der Spuk vorbei, die Straßen abgetrocknet und unter einigen Regenkombis begann es bereits zu dampfen. Wir hielten kurz an einer Tankstelle, um uns der Regenbekleidung zu entledigen, um dann sogleich weiterzufahren. Denkste! Reinhold holte sich erst einmal gemütlich ein Eis, ein paar andere genehmigten sich einen Kaffee, und so kam die Tourleitung am Samstagmorgen schon wieder gehörig unter Zeitdruck, wohl wissend, was an diesem Tag noch alles auf dem Programm stand.

06 01Besuch bei Gary's Erbe

Eine halbe Stunde später erreichten wir Gary's Gay Parita Station, eine wunderschön restaurierte Tankstelle aus den 1960er Jahren. Der Besitzer Gary verstarb leider im Januar diesen Jahres, und irgendwelche Diebe von Schildern an der Außenfassade taten ein Übriges, so dass der Glanz der alten Tankstelle innerhalb von ein paar Monaten zum großen Teil verschwunden war. Gary's Sohn Steve war an diesem Tag auf dem Grundstück anwesend und freute sich sichtlich über die Besucher aus Deutschland, die das Objekt eifrig mit ihren Kameras in Augenschein nahmen.

06 01Steve, der sich momentan sporadisch um die Erhaltung des Anwesens kümmert, gab uns noch eine gute Nachricht mit auf den Weg: seine Schwester wird das Erbe von Gary antreten und sich zukünftig um diese historische Tankstelle kümmern.

Und so dürfen wir und alle zukünftige Befahrer der Route 66 guter Hoffnung sein, dass dieser schöne Ort auch in Zukunft eine echte "Roadside Attraction" bleiben wird!

 

Ganz Amerika vereint in einem Park

06 01Weiter ging es ca. eine Stunde auf dem Highway 66 inkl. Tankstopp geradeaus, bis man abrupt in eine kleine Seitenstraße abbog: wir hatten schon fast Red Oak II erreicht. Ein Künstler, der sein Geld mit geschweißten Blech- und Eisenskulpturen verdient, hatte für sich im Laufe der Jahre Gebäude aus allen Epochen und Gegenden der USA gekauft und sie hier in einem parkähnlichen Anwesen wieder aufgebaut. So konnte man z.B. ein altes Marshall-Office direkt neben Onkel Tom's Hütte oder einem Farmhaus bewundern. Ganz Amerika im Zeitraffer, so etwas gibt's eben nur an der Route 66!

Die Mittagspause wurde in der nächsten Stadt Carthage im McDonald's bzw. in umliegenden Fast Food-Diner abgehalten. Rainer schwört seither auf den Espresso von McCafé, lt. seiner Aussage angeblich der einzige Kaffee, den man als Europäer in den Staaten trinken kann.

Ein Plappermäulchen in Kansas

Über Webb City und Joplin ging es über eine alte Brücke in den Bundesstaat Kansas, wo gegen halb fünf "Melba the Mouth" schon auf uns wartete. Sie hatte heute extra ihr Cars on the Route für uns geöffnet, Frank aus Moline hatte uns anscheinend telefonisch auf 15 Uhr angemeldet. Mitten auf der Straße gab sie uns zum Besten, warum sie als "Melba die Quasselstrippe" bekannt ist: ohne Luft zu holen, gab sie 3 Minuten lang einen Wortschwall von zusammenhängenden Sätzen zum Besten, deren Sinn natürlich keiner von uns verstanden hat. Machte aber nichts, wir erfrischten uns derweil an kühlen Getränken und machten etwas Umsatz in ihrem Souvenirshop. So hat sich für Melba wenigstens die Extra-Ladenöffnung etwas gelohnt.

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Gerademal 13 Meilen führt die Route 66 durch Kansas, bis man am Ortsende von Baxter Springs (bekannt durch viele Banküberfälle von Jesse James bis Bonnie & Clyde) bereits die Staatsgrenze nach Oklahoma überquert.

Von dort aus war es noch eine gute halbe Stunde entspannte Fahrt, bis wir unser heutiges Etappenziel in Miami erreichten. Thomas hatte unterwegs den Wasservorrat aufgefüllt und etwas Bier eingekauft und dies bedeutete die Geburtsstunde der Feierabend-Bierrunde, dessen Procedere von da an bis zum Schluss täglich beibehalten wurde.
 

06 01Da die Internetverbindung im Motel nicht gerade die Beste war, musste Hans-Jörg für den Upload seines täglichen GEA-Blogs mit Ina und Jonas den örtlichen McDonald's aufsuchen, wo es immer zum Hamburger ein kostenloses (und funktionierendes) Wi-Fi dazu gibt.

An diesem Abend war es auch das erste Mal, dass sich die Teilnehmer nicht geschlossen zum Abendessen ausführen ließen, sondern sich in Grüppchen aufteilte und sich jeder nach seinem Gusto selbst zum Essenfassen aufmachte.

Wie wir später erfuhren, haben sich dann aber doch wieder fast alle im gleichen Steakhouse wiedergetroffen...

 

 

 

7. Tag: Ein neuer Road Captain und mit Polizeieskorte durch die Stadt

Matze und Petra verabschiedeten sich gleich am Morgen von uns, da sie auf direktem Weg nach Oklahoma City wollten, um dort die Familie von Petras Schwester zu besuchen.

Nobelmarken und Tattoos

Der Rest machte sich gegen 8 Uhr auf die Strecke, um bereits nach einer knappen halben Stunde in Afton wieder anzuhalten. Dort gab es nicht nur ein privates Automuseum mit seltenen, aber perfekt restaurierten Modellen der früheren Nobelmarke Packard zu bestaunen, sondern wir trafen dort auch auf ein einmaliges Original der Route 66: "Route 66 Tattoo Man" Ron Jones gab uns die Ehre! Er zeigte uns nicht nur stolz seine über 120 Tattoos mit Route 66-Motiven am ganzen Körper, sondern führte auch als "Road Captain auf Zeit" mit seinem Custom Trike ein paar Stunden unseren Konvoi an.

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Marterpfähle und ein blauer Wal

Über Vinita und Chelsea fuhren wir nach Foyil, wo wir einen kurzen Abstecher zum idyllisch gelegenen Ed Galloway's Totem Pole Park machten. Dort gab es u.a. den weltgrößten aus Beton errichteten Totempfahl zu bestaunen. Der Park wurde in den Jahren 1931-61 angelegt, beherbergt insgesamt 11 verschiedene Totempfähle aus Beton und war schon zu seiner Gründerzeit eine willkommene Abwechslung für die Touristen auf der Route 66.

Nach einer Tankpause und einer lustigen Begegnung mit einer ca. 15-köpfigen spanischen Eaglerider-Gruppe - die wir in den nächsten Tagen immer 'mal wieder trafen - führte uns Ron noch bis zum Blue Whale bei Catoosa (frühere Rastanlage mit kleinem See an der Route 66), von wo er sich wieder auf den Heimweg machte. Vorher empfahl er uns, mit dieser großen Gruppe nicht unbedingt mitten durch die anschließende Großstadt Tulsa zu fahren, sondern die Stadt auf der Interstate zu umgehen.

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Polizeieinsatz in Tulsa

Da wir sowieso im Zeitplan schon wieder hinterher hinkten, nahm die Reiseleitung diesen Vorschlag gerne an und begab sich also mit dem ganzen "Karnevalszug" auf die mittlere Fahrspur der Interstate 44.

tulsa-police-carPlötzlich bemerkte ich ein Polizeiauto neben mir an vorderster Front, der Cop winkte kurz, setzte sich vor mich und schaltete alle zur Verfügung stehenden Leuchtmittel an seinem Auto ein.
Oh je, dachte ich, da hat wohl einer von uns hinten in der Gruppe Sch... gebaut, jetzt sind wir fällig!
Aber der Sheriff machte keine Anzeichen auf die rechte Spur zu wechseln und uns herauszuziehen, sondern fuhr stur mit der erlaubten Höchstgeschwindigkeit von 65 mph und eingeschalteter Christbaumbeleuchtung vor uns her. Die Autos vor uns auf der Fahrspur machten bereitwillig rechts und links Platz. Nach einer Weile hatte auch ich begriffen, dass er uns lediglich Begleitschutz bieten wollte und winkte ihm freundlich zu. Obwohl ich etwas Angst hatte, dass unserem Roland angesichts dieser Geschwindigkeit die Sonnenbrille von der Nase vibriert, hielt ich mich tapfer mit der ganzen Gruppe im Windschatten des Polizeiautos.
An der Ausfahrt zur Route 66 schließlich fuhr der Cop rechts an die Seite und grüßte den ganzen Konvoi uns nochmals mit erhobenem Daumen - so etwas nenne ich Hilfsbereitschaft am Touristen - mir stellen sich jetzt noch alle Haare auf, wenn ich an dieses Ereignis denke!

Anscheinend ging es den anderen genauso, wie es sich beim nächsten Tankstopp in Sapulpa herausstellte.
Während wir uns an der Tanke erfrischten, fuhr auf der Straße lässig winkend Matze und Petra an uns vorbei, die gerade vom Mittagessen in Tulsa kamen...

Mittagspause im Rock Café

Die beiden trafen wir kurze Zeit später kurz wieder in Stroud im Rock Café wo wir unser Mittagessen einnehmen wollten. Dawn Welch, die dem Pixar-Filmteam des Animationsfilms "Cars" als Vorlage für den Charakter der Sally diente, ist die Inhaberin des Cafés, weilte aber wohl zur Zeit in Kalifornien, wo sie ein zweites Business angefangen hat. Schade, aber die Hamburger schmeckten aber auch ohne Dawn vorzüglich.

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Ein Almdudler in Oklahoma

Frisch gestärkt machten wir uns wieder auf die Route 66, immer nach Westen. Über die Dörfer Davenport, Chandler, Warwick und Luther erreichten wir den Ort Arcadia, der durch seine große runde Scheune am Straßenrand bekannt geworden ist. Mittlerweile hat ihr jedoch das neu erstellte Pops on 66, eine futuristisch anmutende Tankstelle mit Diner und einer Auswahl von über 500 verschiedenen Flaschengetränken aus aller Welt, den Rang abgelaufen. Hier machten wir nochmals eine kurze Pause und ließen uns so eine Erfrischung aus der Flasche gut schmecken.

Nun war es nicht mehr so weit bis zu unserem Etappenziel in Oklahoma City, das wir überwiegend auf der Interstate (jetzt ohne Polizeischutz) befuhren. Ein kurzer Halt noch am Capitol der Hauptstadt des Bundesstaates war Pflicht, und dann erreichten wir auch schon eine Viertelstunde später unser Motel im Süden der Stadt.

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Dies war jetzt der 2. Tag, wo wir planmäßig in der Zeit ankamen und daher nach der Ankunft noch etwas Zeit hatten, uns im Pool abzukühlen.

 
Am Abend machte sich noch eine kleine Gruppe fleischhungriger Teilnehmer auf den Weg zu den Stockyards (das Viertel, wo die Viehauktionen stattfinden und die Schlachthäuser zu finden sind), hier hat das berühmte Cattlemen's Steakhouse seinen Sitz.

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8. Tag: Besuch im Redneck Castle und weitere Holprigkeiten

Die gute Nachricht zuerst: Matze und Petra hatten gestern nachmittag und abend noch ein paar schöne Stunden bei ihrer Verwandschaft und stießen abends nach den Essen wieder wohlgelaunt zu uns.

Panne am Morgen

Technische Panne am Morgen, ergibt Kummer und Sorgen - dies galt zumindest für unseren Harald, der beim Starten seiner Street Glide plötzlich den drehbaren Anlasserkopf in der Hand hielt. Eine sachkundige Analyse unserer technisch versierteren Teilnehmer ergab, dass die Maschine irreparabel ist und stehen gelassen werden muss. Eine Nase am Drehgelenk, die zum Einrasten des Kopfes notwendig ist, war abgebrochen.
Wir entschieden, dass Ina mit ihrem Begleitfahrzeug bei Harald bleibt und sie gemeinsam beim örtlichen Harley-Händler vorsprechen, der sich dann mit Eaglerider bezüglich einer Reparatur oder Ersatzmaschine in Verbindung setzt.

Da waren's nur noch Neun(unddreissig)...

Gegen 7:45 Uhr fuhr der Tross (ohne Ina, Jonas und Harald) erst einmal schnurgerade durch die ganze Stadt, bis wir bei Ann's Chicken Fry House wieder auf die Route 66 einfädelten. Das nette, im 50er Jahre Stil aufgemachte kleine Diner besticht durch seinen pinkfarbenen Cadillac und hat natürlich um diese Uhrzeit noch geschlossen.

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Also trollten wir uns weiter hinaus aus der Stadt, um 45 Min. später an der Cheyenne Trading Post unser erstes (für manche war es auch das zweite) Frühstück einzunehmen. Dem Road Captain (der alles andere als ein gemütlicher Frühstücker ist) dauerte das Ganze schon wieder viel zu lange und ungeduldig trillerte er mit seiner Pfeife den "Haufen" nach einer halben Stunde wieder zusammen.

Lange Brücke und schmale Straßen

Es wartete doch die Ponytruss Bridge bei Bridgeport mit ihren 38 gelb angestrichenen Stahlbögen auf uns, die wir natürlich diszipliniert in einem recht ansehlichen, geschlossenen Konvoi filmreif überfuhren. Diese alte, aber gut erhaltene Brücke über den South Canadian River spielte auch im Roman bzw. Film "Früchte des Zorns" von John Steinbeck eine große Rolle, er ließ an dieser Stelle den Großvater von Tom Joad sterben...

Bei uns starb gottseidank niemand, aber wenige Minuten später hatte die Spitze der Kolonne ein paar Schrecksekunden zu überstehen, als ein entgegenkommender Pick-Up mit nicht gerade langsamer Geschwindigkeit auf der schmalen Straße ins Schleudern kam und sein Fahrzeug nur mit Müh' und Not auf seiner Fahrspur halten konnte.

Nach einer dringend notwendigen Zigarettenpause und ein paar Meilen auf der Interstate scherten wir bei Clinton wieder aus, um das dortige Oklahoma Route 66 Museum zu besuchen, das größte und schönste Museum an der ganzen Route 66.

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Ein echter Redneck zum Anfassen

Nach ca. einer Stunde durchsetzt mit leichten Regenschauern ging die Fahrt weiter über Elk City nach Erick, wo wir auf Harley Russel trafen, der dort seinen Sandhill Couriosity Shop betreibt. Nun muss man wissen, dass Harley - ein waschechter Redneck wie aus dem Bilderbuch - im letzten Jahr seine Frau Annabelle aufgrund eines Krebsleidens verloren hat, und er seither nur noch sporadisch in seinem Shop anzutreffen ist. Seine schon berühmten unbeschwerten Auftritte mit Gitarre und Mikrofon präsentiert er seither auch nur noch bei besonderen Gästen seines Shops. Das Wort "Shop" ist ebenfalls nicht zutreffend, es gibt in dem mit Route 66-Utensilien überladenen Haus nichts zu kaufen, Harley lebt von den Donations, also von Spenden der Besucher, die man in die im Laden verteilten Glasvasen deponieren kann.

Zuerst führte er uns aber ausgiebig durch sein "Redneck Castle", gemeint ist sein Wohnhaus im hinteren Bereich des Anwesens. Aufräumen und Durchlüften der Räume ist bei Rednecks anscheinend nicht so angesagt. Mit zugehaltenen Nasen kamen wir also im Rahmen deiner "Führung" in den Genuss von Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad usw. des bei uns zuhause eindeutig als "Messi"-Wohnung klassifizierten Hauses.

Zurück im Shop überreichte ihm die Reiseleitung eine mitgebrachte Memory-Tafel an seine Annabelle. Etwas überwältigt von dieser Geste fiel er sogleich unserem Tourguide um den Hals uns küsste ihn leidenschaftlich ab. Anschließend gab er noch unter Einbeziehung des Publikums mit Rhytmusinstrumenten aller Art ein kleines, aber choreografisch ausgefeiltes Ständchen zum Besten.

Nach dem obligatorischen Gruppenbild vor dem Shop machten wir uns wieder auf die noch etwas nasse Straße in Richtung Texas. Das kleinste Gefänginis der Welt (nur 1 Zelle!) in Texola waren die letzten Fotostopps in Oklahoma, bevor wir die Staatsgrenze nach Texas überschritten. Der Grenzort "Texola" hat übrigens seinen Namen von den beiden Bundesstaaten Texas und Oklahoma bekommen.

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Don't mess with Texas!

Texas - der Bundesstaat wo alles etwas rauher und derber zugeht als in den anderen Bundesländern. Das zeigte sich auch bei einem kleinen Vorfall gleich nach der Grenze kurz vor Shamrock, als aufgrund unübersichtlicher Verkehrsführung und noch nasser bzw. schlammiger Straße eine Harley bei einer Vollbremsung in extreme Schräglage kam und ihren Fahrer 'mal kurz abgeworfen hat. Aber wir hatten Glück im Unglück, die Reisegeschwindigkeit war zu diesem Zeitpunkt gottseidank nicht sehr hoch und die Schäden an Fahrer und Harley eher gering - und so konnte nach Überprüfung von Mensch und Maschine nach kurzer Zeit die Fahrt fortgesetzt werden.

In Shamrock durften wir das erst vor kurzem neu renovierte U-Drop Inn (ehemalige Conoco-Tankstelle, heute Souvenirladen mit integriertem Café) besichtigen, ein für Texas etwas untypischer Art Deco-Baustil aus den 1950er Jahren.

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Aufgrund der beiden "haarigen" Verkehrsvorfälle und Holprigkeiten an diesem Tag war unser Bedarf an Sehenswürdigkeiten und längerer Stopps jedenfalls überwiegend gedeckt und wir machten uns auf der Interstate auf die letzten 50 Meilen bis Amarillo. In McLean war noch eine alte, aber schön restaurierte Tankstelle zu fotografieren, ein riesengroßes Kreuz am Straßenrand erregte noch unsere Aufmerksamkeit und zu guter letzt stoppten wir noch bei der Bugg Ranch mit ihren schräg eingelassenen "Bugs", also VW Käfer, ein Abklatsch des Originals der für morgen angesagten Cadillac Ranch.

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Große Steaks, ein zufälliges Wiedersehen und weitere Holprigkeiten

Das orignell aufgemachte "Big Texan"-Motel im Western-Stil mit seinen schönen Zimmern und das Steakhouse gegenüber hob unsere Laune (wohlgemerkt: die Laune der Reiseleitung) zwar etwas an, aber es gab nach der Ankunft in Amarillo nicht gerade die besten Nachrichten: Die Reparatur von Harald's Harley dauerte mindestens eine Woche und Eaglerider hatte angeblich bis Las Vegas keine freie Maschine zur Verfügung. Das würde heißen, dass Harald die nächsten 6 Tage in einem unserer Autos oder auf dem Rücksitz eines anderen Teilnehmers verbringen müsste - nicht gerade das, was man unter einer Motorradreise versteht...

KofferAußerdem wurde festgestellt, dass der blaue Koffer unseres Schweizer "Wonneproppens" Sigi noch an der Rezeption des Motels im knapp 400 km entfernten Oklahoma City verweilte - gute Nachrichten sehen anders aus!

Die Reiseleitung entschied sich, den hilfsbereiten Dave von Eaglerider Chicago aus dem Bett zu klingeln, damit dieser vielleicht irgendwo her noch ein Motorrad für Harald organisiert bekommt. Parallel dazu klopfte Ingrid aus Deutschland zu nachtschlafender Zeit den Herren in der Eaglerider-Zentrale in Los Angeles auf den Busch.

KofferDer Gedanke, auf der Interstate die 300 km nach Oklahoma City zurückzufahren, und den Koffer von Sigi zu holen, wurde auch schnell wieder verworfen, nachdem es sich herausstellte, das sich in dem Koffer lediglich eine Lederjacke befand, deren Wert solch eine Aktion nicht rechtfertigte.
Dies änderte sich allerdings schlagartig, nachdem uns Sigi am nächsten Tag mitteilte, dass sich außer der Jacke auch seine gesamten Reiseunterlagen samt Ausweis in dem Koffer befänden...

Die meisten der Gruppe bekamen dies gar nicht mit und labten sich erst einmal an der Feierabend-Bar von Thomas, bevor es ins gegenüberliegende Restaurant zur Steak-Challenge ging. Unser René hatte sich nämlich überreden lassen, den 60-minütigen Kampf auf der Bühne des Restaurants gegen ein 2 kg-Steak samt Beilagen anzutreten. Für den Fall, dass er den Kampf verlieren sollte, wurde unter den Teilnehmern die 75 Dollar Startgeld vorsichtshalber gleich vor Wettkampfbeginn eingesammelt - im Falle des Erfolgs von René würde das Geld dann natürlich wieder ausbezahlt werden...
Schnell wurde klar, dass er - und auch sein Gegenüber am Tisch - keine große Ambitionen auf das reine Herunterschlingen von 2 kg Fleisch hatten, und so machten sich beide mehr oder weniger gemütlich daran, ihr Essen zu verspeisen, bis sie satt waren - nur eben auf einem Logenplatz auf der Bühne.

Anja und ich hatten es sich unterdessen draussen an der Bar gemütlich gemacht - wir pflegen schließlich unsere Traditionen und essen unser Steak im Big Texan immer an diesem Platz. Dabei kamen wir neben einer netten Dame zum Sitzen, die uns von ihrem Aussehen her spontan an Dawn Welch vom Rock Café am gestrigen Tag erinnerte - und tatsächlich, sie war es - auf der Rückreise von Kalifornien nach Stroud übernachtete auch sie an diesem Tag zufällig in Amarillo. Das war vielleicht ein Hallo! Sie hörte sich unsere Geschichte an und wollte sogleich mit uns die ganze Gruppe begrüßen.
 

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Zwischenzeitlich hatte sich Dave aus Chicago bei mir mit einer guten Nachricht gemeldet: es sollte in dieser Nacht noch von Eaglerider eine Harley von Denver nach Amarillo gebracht werden - da sind wir aber 'mal gespannt - Harald zumindest konnte mit dieser Nachricht gut einschlafen...

 

 

9. Tag: Von Cadillacs, Geisterstädtchen und gegrillten Marshmallows

Das Handy klingelte in der Nacht um kurz nach 4 Uhr. Dave von Eaglerider Chicago, der in diesem Moment seinen Job wohl genauso verfluchte wie ich (und bei mir ist es nicht mal ein Job!), teilte mir mit, dass die Harley von Harald in einer Viertelstunde im Big Texan abgeladen werden kann.
Also rein in die Klamotten und raus in den Hof. Es hatte in der Nacht nochmals geregnet und in den Pfützen spiegelte sich das riesige Plastik-Rindvieh, das gegenüber vor dem Restaurant sein erbärmliches Dasein fristete.

Nachtschicht

Und tatsächlich bog ein paar Minuten später ein Pick-Up mit einer roten Street Glide hinten drauf in den Parkplatz ein. Das Abladen und die Schlüsselübergabe dauerte nur wenige Minuten, nicht einmal etwas zum Unterschreiben bezgl. der Übernahme gab es, und schon war der Transporter wieder verschwunden.

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Einmal wach, wollte ich mir zuerst einmal einen Kaffee organisieren, aber der Nachtportier im Motel träumte wohl auch von großen Steaks, zumindest hörte er mein Klopfen nicht. Zwischenzeitlich trottete auch Thomas über den Hof, er wurde wohl von den Geräuschen des Probeanlassens der Harley geweckt. Als er sah, dass nichts meht zu tun ist, verzog er sich wieder auf sein Zimmer.

KofferIch machte es mir auf der Treppe neben dem Moteleingang gemütlich, da komischerweise nur genau an dieser Stelle die Internetverbindung einigermaßen funktionierte. Zuerst eine Dankes-SMS an Dave nach Chicago und dann verschaffte ich Ingrid zuhause etwas Arbeit, indem ich ihr von Sigis Koffergeschichte berichtete. Vielleicht konnte sie ja etwas ausrichten. Konnte sie nicht, den der Nachtportier im Motel in Oklahoma City hatte a) keine Ahnung b) keinen Plan und c) keinerlei Befugnisse.

Also hieß es den Tag abzuwarten und planmässig weiterzumachen.

Irgendwann gegen halb sechs und einigen Zigaretten später kam Bewegung in das Motel-Office und ich konnte mir dort endlich einen (oder zwei) frisch gebrühten Kaffee holen.

Die heutige Abfahrtszeit wurde angesichts der kurzen Streckenetappe von gerade mal 120 Meilen auf 8:00 Uhr gelegt, aber bereits um halb sieben sah ich von meinem "Arbeitsplatz" von der Treppe aus schon die ersten Teilnehmer mit gepacktem Koffer über den Hof schlurfen. Harald war natürlich happy angesichts seiner "neuen" Maschine, vor allem weil sie auch noch in seiner Wunschfarbe rot auf dem Parkplatz stand.

Die Motel-Direktion gab uns am Vortag zusammen mit den Zimmerschlüsseln einen Nachlass-Bon auf das Frühstück im "Big Texan"-Restaurant, diesen nahmen aber nur ein paar "Doppel"-Frühstücker in Anspruch - hatten wir doch schon im Vorfeld ein typisch amerikanisches Frühstück in der City von Amarillo eingeplant.

Auf der alten Route 66 durch Amarillo

Nach der allmorgendlichen Ansprache kamen wir auch pünktlich weg und das Breakfast im Blue Front Café war wirklich typisch amerikanisch: von aussen sah es aus wie ein anonymer Industriebau, innen offenbart es sich aber seinen Gästen als authentisches Route 66-Diner.

Gut gestärkt fuhren wir anschließend die 6th Avenue entlang (der originale Verlauf der Route 66 durch Amarillo), vermissten aber allerortens die typischen Route 66-Schilder und Reklamen, die wir in anderen Orten und Städten immer wieder an der Straße und an den Gebäuden wiederfanden.

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Bei der Lile Art Gallery hielten wir kurze Zeit später wieder an. Bob "Croc" Lile, ein alter Armeeveteran, Harleyfahrer, ehemaliger Tourguide und jetzt Künstler mit eigener Galerie, erwartete uns schon. Seine Spezialitäten sind außer dem Malen schöner Bilder mit Motiven der Route 66 das Herstellen von Schmuck aus original Blechteilen der Cadillacs. Auch "Lady Lile", seine Australian Sheperd Hündin, freute sich sichtlich über unseren Besuch. Bob hadert etwas mit dem Umstand, dass die Route 66-Touristen heutzutage vom Big Texan direkt auf der Interstate aus Amarillo hinaus zur Cadillac Ranch fahren und sich den Weg auf der historischen Route 66 durch die Stadt sparen - und so natürlich nicht an seiner Galerie und an den anderen Läden in dieser Straße vorbeikommen - hier bedeutet dies auch heute noch DAS typische Problem des Aussterbens der Route 66. Um so mehr freute sich das Mitglied der Route 66-Family natürlich über den zahlreichen Besuch aus Germany am heutigen Tag!

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Da wir heute genügend Zeit hatten, machten wir noch einen Schlenker zum örtlichen Harley-Davidson Händler, um unseren Vorrat an T-Shirts und anderen Nützlichkeiten aufzufrischen.

10 Cadillacs ohne Ranch

Danach ging es schnurstracks aus Amarillo hinaus, wo einsam auf einem Feld die berühmten 10 Cadillacs auf uns warteten. Oder besser das, was bis heute von ihnen übrig geblieben ist. Der Regenguss heute nacht hatte den Platz an der Cadillac Ranch in eine einzige Schlammpfütze verwandelt, diese hielt allerdings einige Besucher nicht davon ab, sich - bewaffnet mit Spraydosen - traditionell auf den "Kunstwerken" zu verewigen.

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Halbzeit

Bei angenehmen Temperaturen und wenig Verkehr auf den Straßen genossen wir die Weiterfahrt gen Westen, stoppten noch kurz bei Dot's Mini Museum inkl. Tankstopp in Vega und erreichten schon kurze Zeit später den Ort Adrian, wo sich der offizielle geografische Mittelpunkt der Route 66 befindet. Eine kleine Stärkung im Midpoint Café oder chillen im Schatten vor dem Souvenirshop Sunflower Station nebenan war eine willkommene Abwechslung für die Teilnehmer. Matze verfütterte derweil die Reste von Renés Steak vom gestrigen Wettessen an den Hund des Souvenirshops. Der Golden Retriever kannte ihn noch gut, bekam er doch vor 2 Jahren ebenfalls die Fleischreste von Matze, als dieser selbst bei der Challenge auf der Bühne des "Big Texan" saß...

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Der Ort Adrian, Texas befindet sich bereits in unmittelbarer Nähe der Bundesstaatsgrenze zu New Mexico, die wir nach kurzer Fahrt auf der Interstate etwas genauer unter die Lupe nahmen: Glenrio war früher der Grenzort von Texas und New Mexico an der Route 66, heute ist es eine verlassene Geisterstadt (fast verlassen, den aus irgendeinem Anwesen meldeten sich mit nicht gerade freundlichem Bellen ein paar Hunde) von ein paar nahezu zusammengefallenen Ruinen.
Ich erzählte der Gruppe die Anekdote des Gebäudes, das sich unmittelbar auf dem Grenzstreifen befindet: da in den 40er- und 50er Jahren in New Mexico die Benzinsteuer erheblich teurer war als in Texas, dort aber in dieser Zeit kein Alkohol ausgeschenkt werden durfte, baute ein findiger Unternehmer ein Gebäude direkt auf die Grenze und verkaufte auf die eine Seite hin Benzin und auf die andere Seite hinaus alkoholische Getränke!

Aufgrund der mittlerweile wieder sengenden Hitze machten wir uns wieder auf die Strecke und machten erst einmal ausgiebig eine Mittagspause in Russells Truck & Travel Center, ein Diner mit integriertem kleinen Automuseum und - natürlich - einem gut ausgestatteten Souvenirshop. Ausgiebige Pause deshalb, weil wir bei der Grenzüberschreitung so nebenbei eine Stunde geschenkt bekommen haben, wir befanden uns jetzt in der Mountain Time Zone, waren also nicht mehr 7 sondern 8 Stunden unseren Leuten zuhause in Deutschland hinterher (was uns in diesem Moment eigentlich recht wenig kümmerte).

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Hier sahen wir auch zum ersten Mal richtige Cowboys und -girls, die wohl gerade von einem Viehtrieb zurückkamen und sich ebenfalls hier stärkten. Sie hatten ihre Fahrzeuge mit Pferdeanhängern neben unseren Motorrädern geparkt, auf den Anhängern standen die Pferde noch voll aufgesattelt und nur mit einem dünnen Strick angebunden - so einen Pferdetransport möchte ich gerne 'mal durch die deutschen Lande fahren sehen...

Marshmallows in Tucumcari

Die letzten 25 Meilen nach Tucumcari verbrachten wir wieder auf der alten Straße und trafen dort bereits gegen 14:30 Uhr Ortszeit ein. Die Gruppe musste sich heute aufteilen, da das Blue Swallow Motel einfach zu wenig Zimmer für so eine große Gruppe zur Verfügung hat. So schlief ein Teil der Gruppe zwar in historischen, aber nicht gerade üppig ausgestatteten Zimmern des Blue Swallow, während der andere Teil im benachbarten und frisch renovierten Roadrunner Motel einquartiert wurde.

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Bei der Ankunft gabe es für Anja und mich einen kleinen Wehrmutstropfen, da die mit uns freundschaftlich verbundenen Besitzer Kevin & Nancy durch Abwesenheit glänzten, sie waren anscheinend urlaubstechnisch in Tennessee unterwegs. Stattdessen wurde das wohl meistfotografierte Motel an der Route 66 heute von deren Sohn Cameron mit Frau Jessica samt Hund verwaltet.

Die Teilnehmer hatten jetzt ein paar Stunden zur freien Verfügung, wir wollten uns erst am Abend nach dem Essen wieder am Lagerfeuer des Blue Swallow treffen. Ein paar legten sich aufs Ohr, andere fuhren mit dem Bike etwas durch das Städtchen und ein paar fuhren mit Cameron hinaus an einen See um etwas zu baden. So auch unser Peter, den wir um ein Haar im Gefängnis wieder abholen konnten, da er sich in seiner typisch freizügigen Art am Ufer 'mal schnell seiner Kleidung entledigte um sich die Badehose anzuziehen oder um das Badevergnügen via FKK zu genießen. Eine ca. 200 Meter entfernt liegende Mutter mit ein paar Kindern fand das überhaupt nicht witzig und drohte Peter sogleich mit der Polizei. Nun ja, wie auch immer, über die Doppelmoral der Amerikaner ist ja schon viel geschrieben worden, aber als Gast in einem fremden Land sollte man deren Gewohnheiten eben respektieren und befolgen - das verlangen wir zuhause schließlich von unseren Migranten und ausländischen Mitbürgern ja auch...
Peter zumindest überwand den Schrecken am See relativ schnell, er schwatzte anschließend dem Besitzer des Roadrunner Motels seinen alten Oldtimer ab und bewegte diesen noch ein paar Mal mit lässig angelegtem Ellbogen und stolz "wie Harry" die Main Street rauf und runter.

In einer großen Runde versammelten wir uns am Abend unter Einbeziehung aller vorhandenen Sitzgelegenheiten um das Lagerfeuer beim Blue Swallow und ließen uns von Cameron geduldig erklären, was die Amerikaner unter "Grillen am Lagerfeuer" verstehen. Nix mit Würstchen jedenfalls! Ich hatte am Nachmittag eine Packung Marshmallows besorgt und diese wurden nun aufgespießt und fachgerecht über dem Lagerfeuer angewärmt. Anschließend wird der klebrige Brei zwischen zwei mit Nutella bestrichenen Keksen gepresst und genüßlich verspeist. Sieht etwas eklig aus, schmeckt aber nicht schlecht. Natürlich pappsüss, so wie es die Amerikaner eben lieben.

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Die Müdigkeit vieler Teilnehmer und die Hartnäckigkeit unzähliger Moskitos verhinderten schließlich, dass der gemütliche Abend am Lagerfeuer zu sehr ausartete.

 

KofferAch ja, und da war natürlich noch die Sache mit dem blauen Koffer! Ingrid teilte mir mit, dass sie von Deutschland aus nichts ausrichten konnte, da das Motel in Oklahoma City für die Verschickung des Koffers nach Las Vegas natürlich Vorkasse - am Besten cash - haben wollte. Ich aktivierte nun als letzte Möglichkeit Frank aus Moline (unser Gast in den ersten Tagen der Tour), der als amerikanischer Staatsbürger mit dem Motel vielleicht eher Tacheles reden konnte bzw. als Kenner des amerikanischen Transportsystems eine andere Möglichkeit finden würde...

 

 

10. Tag: Weites Land, Melonen und Dips in New Mexico

Nach dem relativ "gemütlichen" gestrigen Tag müsste der heutige eigentlich genauso entspannt verlaufen, da ebenfalls nur knapp über 100 Meilen Fahrstrecke auf dem Programm stehen.

Es war Ausschlafen angesagt, wir starteten heute erst gegen 8:30 Uhr in Tucumcari, natürlich nicht ohne das obligatorische Gruppenbild vor dem Blue Swallow, das sich die Besitzerin Nancy am Morgen bei einem Telefonat mit Cameron extra noch gewünscht hatte.

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Autos und Bacon in Santa Rosa

Mangels adäquater Frühstücksmöglichkeiten mussten wir unseren Magen ungefähr noch eine Stunde vertrösten, im ca. 50 Meilen entfernten Santa Rosa fanden wir jedoch bei Joseph's Bar & Grill eine große Auswahl an Speisen und Getränken. Um dem Betreiber des alten Route 66-Diners keine zu großen Probleme zu bereiten, war geplant, die Gruppe aufzuteilen und im Wechsel mit der anderen Hälfte das Auto Museum in dem Ort anzuschauen. Der Hunger war jedoch bei den Meisten größer als die Neugier auf Oldtimer, und so fanden sich 'mal wieder fast alle 40 Teilnehmer zur gleichen Zeit in dem kleinen Diner ein. Ein Umstand, der dem Wirt und seiner Küchenhilfe am Morgen schon die Schweißperlen auf die Stirn trieb.

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Auf einsamen Straßen in New Mexico

Nach weiteren 40 Meilen auf der Interstate verließen wir die eher langweilige Autobahn (die alte Route 66 wurde von Tucumcari bis Santa Fé fast komplett von der Interstate überbaut) und machten uns auf einem schmalen Highway auf in Richtung Norden. Es war kaum Verkehr auf dieser Straße und so konnten wir die Weite der Landschaft New Mexicos ausgiebig genießen. Die Temperaturen kletterten auch schon wieder gegen 40 Grad und irgendwo im Nirgendwo an einer Einfahrt zu einer Ranch machte der ganze Tross unter ein paar schattigen Bäumen eine Pause. Thomas hatte Melonen eingekauft und diese wurden nun mundgerecht geschnitten dankbar von den Teilnehmern verzehrt.

Die Fahrt ging weiter auf der schmalen Straße und verlangte den Fahrern einiges ab. Zuerst ging es steil und kurvig bergab in das Tal des Pecos River und danach am Fluß entlang, oft über "Dips" und "Bumps", vor allem die Dips hatten es in sich: Bei einem Gewitter oder einem starken Regenguss kann der trockene Boden die Wassermassen nicht aufnehmen, und so werden tiefer liegende Straßenabschnitte im Nu überschwemmt. Zurück bleibt dann roter Schlamm, der nach einiger Zeit aufgrund der Hitze in Sand austrocknet. Nicht gerade der optimale Untergrund für unsere Motorräder, daher war hinter jeder Kurve Vorsicht geboten.

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Santa Fé - keine Stadt wie jede andere

Bald erreichten wir aber wieder die Interstate, die uns nach einer knappen Stunde bis fast vor die Türen unseres Motels in Santa Fé führte.

Die mobile Ferierabend-Bar von Thomas blieb erst einmal geschlossen, da wir nach unserer Ankunft in der Laube neben dem Motel-Office netterweise eine Erfrischung in Form von Getränken und Tacos vorfanden.

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Vorsorglich fuhr die 3-köpfige "Mullbinden"-Abteilung der leicht Brandblasen- und Schürfwundengeschädigter Teilnehmer mit Ina anschließend zur kurzen fachspezifischen Behandlung bzw. zur Aufnahme von entsprechenden Medikamenten in eine naheliegende Arztpraxis.

Moni, Doris und Manuela erhielten unterdessen von der Motel-Besitzerin eine Einladung zu einem Opernbesuch am Abend im wunderschönen Freiluft-Amphitheater von Santa Fé. Während sich die Drei in ihr "kleines Schwarzes" warfen, begab sich der Rest mittels Taxi, Bus oder Motorrad auf die historische Plaza des schönen Städtchens, wo sie außer schönen Adobe-Häusern und exklusiven Shops in dem begrünten Park im Zentrum ("Plaza") eine ein Art "Happening" mit Livemusik in dem begrünten Park vorfanden.

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KofferAch ja, bezüglich unseres Koffers gab es heute gute Nachrichten: Frank aus Moline hatte sich den Managers des Motels in Oklahoma City telefonisch "vorgeknöpft", und erreichte, dass der Koffer nun per USPS (also per Postpaket) in unser Hotel nach Las Vegas unterwegs war. Die Gebühren dafür wurden jedenfalls umgehend Ingrids Kreditkarte belastet, wie sie mir 2 Tage später bereits mitteilte...

 

 

 

11. Tag: Wild Hogs und schöne Aussichten

Die Abfahrt war heute nach einem kleinen Frühstück im Motel auf 8 Uhr angesetzt.

Born to be Wild - Saumässig unterwegs

Der "Purple Trail" führte uns auf einsamer Straße hinein in die Berge südlich von Santa Fé, und schon eine Stunde später wurde Madrid erreicht, Filmschauplatz und Drehort des Films "Born to be Wild - saumässig unterwegs". Der Ort war lange Zeit verlassen und wird jetzt nach und nach von Künstlern und Aussteigern wieder belebt. Maggie's Diner, heute ein Souvenirladen, ist das Einzige, was aus dem Film noch wiederzuerkennen ist. Der Shop öffnet zwar erst um 9:30 Uhr, aber der geschäftstüchtige Inhaber hatte wohl angesichts der Geräuschkulisse unsere Ankunft im Dorf gehört, und kam sogleich mit dem Ladenschlüssel in der Hand über die Straße gerannt. Während die einen anschließend im Shop herumstöberten, liefen die anderen durch den verschlafenen Ort oder tranken schnell einen Kaffee im benachbarten chilligen Java Junction Café.

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Schöne Aussichten

Gegen 10 Uhr setzte sich der Tross wieder in Bewegung und kurvte weiter durch die Berge und nahm einen Abstecher einen richtigen Pass hinauf bis zum über 3.000 Meter hohen Sandia Peak, in der kalten Jahreszeit ein beliebtes Wintersportgebiet mit Skiliften und Skipisten. Oben angekommen, genossen wir einen atemberaubenden Ausblick über die Stadt Albuquerque und die unendliche Weite von New Mexico.

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Lunch im Stil der 50er Jahre

Nach ausgiebigem Malträtieren unserer Kameras und Smartphones ging es wieder kurvenschwingenderweise bergab und wir fuhren auf der kerzengerade Straße nach Albuquerque ein, wo sich das 66 Diner befindet, ein echtes Überbleibsel aus den 50er Jahren. Die Einrichtung dort versetzte uns in die Zeit zurück, als Elvis auf seinem Weg von Memphis nach Las Vegas hier seine Hambuger und Cheesburger verspeiste. Es war Mittagszeit, und so nutzten auch wir die Gelegenheit, uns dort etwas zu stärken.

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Wie man früher reiste

Das Thermometer zeigte schon wieder weit über 30 Grad an, als wir an dem recht ungewöhnlichen Campingplatz Enchanted Trail RV Park & Trading Post ankamen, wo wir noch sehen konnten, wie früher in alten, aber gut ausgebauten Wohnwägen gereist und übernachtet wurde. Die Besitzerin Vickie Ashcraft führte uns bereitwillig auf dem Campingplatz herum.

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Nach ausgiebiger Besichtigung der alten Airstreams hatten wir auf ca. 70 Meilen eine ruhige Fahrt auf unserer alten Straße über Mesita, Budville, Grants und Thoreau zum Continental Divide, wo sich das Wasser entscheiden muss, in welchen Ozean es abließen möchte. Dies war der letzte Halt, bevor wir nach 15 Meilen (20 Min.) Interstate das Städtchen Gallup mit seinem historischen Hotel El Rancho erreichten, ein weiteres Highlight unserer diesjährigen Tour.
 

Wo schon Stars und Sternchen übernachteten

Das ehrwürdige Hotel wurde in den 1950er und -60er Jahren von allen Schauspielern und Prominenten der damaligen Zeit frequentiert, Bilder und Autogramme der Stars mit Rang und Namen füllen ausladend das ganze Foyer und die Gänge. Auch die im Hotel integrierte Bar war ausgefüllt, und zwar mit beschrifteten Dollarnoten an Decke und Wänden von den Besuchern und Übernachtungsgästen aus aller Welt.

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Die Abfahrt für morgen wurde auf 7:30 Uhr terminiert, wir werden beim Grenzübertritt nach Arizona zwar wieder eine Stunde geschenkt bekommen, aber angesichts des ausgefüllten Programms werden wir diese auch dringend brauchen...

 

 

12. Tag: Versteinertes Holz, eine Ecke in Winslow und eine Straße voller Souvenirs

Wir starteten nach der morgendlichen Ansprache pünktlich um 7:30 Uhr vom Hotel El Rancho in Gallup aus - kurz nach der spanischen Eaglerider-Gruppe, die heute noch bis zum Grand Canyon fahren wollen.

Mit der schon wärmenden Morgensonne im Rücken legten wir die ersten Meilen auf der Interstate zurück, mit einer kurzen Unterbrechung bei Chief Yellowhorse, der seine Zelte zwar vor seiner bemalten und dekorierte Felsenhöhle im Dauerbetrieb stehen hatte, jedoch um diese Zeit noch von Manitou träumte. Auch die ganze Gruppe träumte wohl heute morgen noch etwas vor sich hin, denn nach dem Zeigen der Tankstelle ein paar Meter weiter hinten - Roland und ein paar Weitere von uns mussten ihre Maschinen auftanken - fielen dort alle wieder in den Ruhemodus, während der Road Captain mutterseelenallein wieder zu Chief Yellowhorse vor fuhr, wo sich die eigentlich sehenswerten Fotomotive des Stopps befanden.
Na ja, so eine stinkende kahle Navajo-Tankstelle mit ihren vielen Trucks auf dem Parkplatz gibt ja schließlich auch etwas für das Fotoalbum zuhause her!

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Felsen wie gemalt und versteinerte Wälder

Nach dem Einsammeln der Gruppe konnte die Fahrt schließlich fortgesetzt werden, denn unser Frühstück wartete bereits am Eingang des Petrified Forest/Painted Desert Nationalparks auf uns. Im Restaurant des dortigen Visitor Centers hatten wir unsere Gruppe zwar avisiert, aber anscheinend glaubte man uns dort die Teilnehmerzahl von ca. 40 Personen nicht oder man unterschätzte den Appetit der deutschen Besucher, denn nach rund 10 Frühstückstabletts wurde bereits gemeldet, dass die Eier ausverkauft wären. Auch der Beistand des in Holbrook ansässigen einheimischen David, der uns vor dem Visitor Center empfang, konnte an dieser Tatsache nichts ändern.

Verhungert ist trotzdem unseres Wissens nach niemand. Die Gruppe wurde nun aufgelöst und jeder konnte 2 Stunden lang (inkl. Frühstückszeit) nach Belieben im Nationalpark herumfahren und die bizarre Landschaft und die unzähligen Mengen von versteinertem Holz im Park anschauen und fotografieren. Aber irgendwie hatten wir an diesem Tag das Gefühl, dass viele sich überhaupt nicht auf diese Reise vorbereitet hatten bzw. sich bewusst waren, wo sie sind, und sind einfach schnurstracks wie die Lemminge einmal gerade durch den Park gefahren. Andere ließen sich beim Frühstück einfach viel zu viel Zeit und mussten die Stichstraßen, die zu wunderschönen Aussichtspunkten führen, links liegen lassen, um den Rest der Gruppe rechtzeitig am anderen Ende des Parks wieder zu treffen.
Der genaue Treffpunkt dort wurde von der Reiseleitung wohl nicht präzise genug angegeben, und so kam es, dass am vereinbarten Treffpunkt nur die Hälfte der Gruppe anwesend waren, während die andere Hälfte bereits außerhalb des Parks auf uns wartete.

Und so ging schon wieder einmal die gut Hälfte der heute morgen von der Pacific Mountain Time geschenkt bekommenen Stunde flöten.

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Auf dem US-Highway 180 ging es zurück nach Holbrook wieder auf die historische Route 66 zum Wig Wam Motel, bestehend aus mehreren im Halbkreis angeordneten Tipis aus Beton. Vor jedem der mit Bett, Dusche und sogar TV recht komfortabel ausgestatteten Tipis steht jeweils ein Oldtimer, der uns an die gute alte Zeit erinnern soll.

Standing at the Corner...

In Anbetracht der mittäglichen Hitze (es ging schon wieder auf die 40°C-Marke zu) und der heute morgen im Park verlorenen Zeit wurde auf einen Stopp bei der Jack Rabbit Trading Post verzichtet und wir fuhren auf der Interstate gleich weiter nach Winslow, wo wir die berühmte, von den "Eagles" besungenen Ecke ("...standing at the corner in Winslow Arizona...") aus deren Song "Take it Easy" vorfanden. Die geschäftstüchtigen Inhaber des Souvenirladens an dieser Ecke erreichten im Laufe der Jahre, dass die Straßenkreuzung vor ihrem Laden mit einem riesengroßen Route 66-Symbol verziert wurde und betätigen sich seither - souverän mit Warnweste und Kelle ausgestattet - auch manchmal als "Verkehrspolizisten", wenn es darum geht, die Kreuzung für ein paar Minuten zu sperren, wenn Gruppen wir wir dort ein schönes Gruppenfoto schiessen wollen. Mit der Geschichte der Route 66 hat diese Ecke zwar nichts zu tun, auch "The Eagles" waren meines Wissens noch nie in Winslow, aber für uns bietet dieser Ort immer eine willkommene Abwechslung auf der Route 66-Tour.

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Ebenfalls interessant - aber nicht unbedingt Route 66 relevant - ist der Besuch des ein paar Meilen weiter befindlichen Meteor Craters, einer der größten Meteoriteneinschläge auf unserer Erde. Der Eintritt von deftigen 20 Dollar in den abgesperrten Bereich des Kraters inkl. Museum reduzierte aber abrupt das Interesse einiger unserer Teilnehmer an diesem Stück Zeitgeschichte und ließ diese umgehend wieder zu der Tankstelle zurückfahren, wo andere, die den Krater schon kannten, im Schatten auf den Rest der Gruppe wartete.

Diesen Ort werden wir wohl bei unseren nächsten Touren auslassen und die dadurch gewonnenen 90 Minuten woanders sinnvoller einsetzen...

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Nach einem kurzen Fotostopp an den überdimensionalen Pfeilen der ehemaligen Twin Arrows Trading Post, bekannt aus dem Film "Forrest Gump", erreichte unser Konvoi das Städtchen Flagstaff, wo wir nach dessen Durchfahrung bei der dortigen Eaglerider-Filiale einen Motorrad-, Souvenir- und Kaffeetechnischen Halt einlegten. Harry, der Betreiber der Filiale kommt aus dem Ruhrgebiet, was die technischen Fragen und den ganzen Aufenthalt dort natürlich sehr erleichterte.

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Auf den letzten 25 Meilen bis zu unserem Etappenziel Williams erwischten wir doch noch ein paar Regentropfen, der Himmel hatte sich schon wieder angesicht der bergigen Landschaft um Flagstaff in dunkle Wolken gehüllt, aber bei der Ankunft in Williams hatten sich diese bereits wieder verzogen. Eine Fahrt durch die beiden Einbahnstraßen des Städtchens - ausschließlich gesäumt mit Souvenirläden und Restaurants - bei unserer Ankunft war Pflicht, denn so wussten die Teilnehmer am Abend bereits wohin sie gehen konnten - und die anderen Touristen in Williams hatten mit unserem Konvoi ein paar schöne Motive zum Fotografieren.
 

Der Abend in Williams steht zur freien Verfügung, denn am nächsten Tag wird unser 2. Tourguide Hans-Jörg die Gruppe zum Grand Canyon hochfahren - und so wurde von der Reiseleitung als nächster Treffpunkt ein gemeinsames Abendessen im Cruiser 66-Café am folgenden Abend bekanntgegeben...

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13. Tag: Ein Blick in das größte Loch der Erde

Der heutige eigentliche "Ruhetag" war alles andere als ruhig, stand doch der "Ausflug" an den Grand Canyon auf dem Programm.

Schon früh um halb acht verabschiedeten sich Ina und Jonas, bepackt mit Rucksack und Stöcken, zum "hiken", eine neudeutsche Bezeichnung für "Wandern".

Hans-Jörg versammelte die Gruppe um 9:30 Uhr vor dem Motel, um sie bis zum Airport bei Tusayan zu führen. Dort teilte sich die Meute, da ein paar von uns Rundflüge mit Flugzeug oder Hubschrauber gebucht hatten. Die anderen fuhren auf eigene Faust am Kassenhäuschen vorbei in den Nationalpark hinein, um sich von der Südkante aus das Naturwunder aus verschiedenen Blickwinkeln aus der Nähe anzuschauen.

Sascha, der mit dem Zug zum Canyon hochfahren wollte, ergatterte leider kein Ticket mehr und machte sich mit Thomas als Sozius auf der Harley auf den Weg nach Norden. Das Ergebnis war abends ein kleiner Sonnenbrand im Gesicht und ein noch größerer an den Beinen.

"Günne" blieb mit seiner Electra Glide zum ersten Mal aufgrund elektronischer Probleme seiner Harley am Grand Canyon stehen, unter Mithilfe von Rainer und Thomas bekamen sie das Gefährt aber schließlich wieder zum Laufen.

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Anja und ich "liehen" uns den Jeep von Sascha und fuhren nach Kingman, wo wir uns u.a. mit dem berühmten Autor Jim Hinckley und Frau Judy trafen, um das Procedere unseres Treffens am nächsten Tag zu besprechen. Vorher frühstückten wir in Seligman bei Lilo's Westside Café, wo wir die deutsche Inhaberin nach 5 vergeblichen Anläufen endlich einmal persönlich kennenlernen durften. Sie war begeistert von unserem Verein und unserer Reise (sie verfolgt unser Tun schon seit Längerem auf unserer Facebook-Seite) und bat uns um eine Tourfahne, die sie am nächsten Morgen - wenn wir mit der ganzen Truppe kommen würden - am Restaurant aufhängen wollte. Zur Vorsicht ließen wir ihr noch ein Tour-Shirt da, denn doppelt genäht hält bekanntlich besser!

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Anschließend schauten wir noch bei der Hauptattraktion von Seligman, dem berühmten Barbier Angel Delgadillo vorbei, um unsere Gruppe am morgigen Tag ebenfalls anzukündigen. Da dies ein Sonntag sein wird, bat er uns ihn anzurufen, falls er evtl. doch nicht im Geschäft sein würde.

Am Nachmittag auf der Rückfahrt von Kingman stoppten wir nochmals in Seligman, da wir bei Lynne & Frank, die ehemaligen Besitzer von dem grün bemalten Souvenirgeschäft Historic Seligman Sundries, zum Kaffee eingeladen waren. Frank versprach uns, am nächsten Tag mit uns eine "Parade" zu fahren, also mit einem seiner Oldtimer eine Fahrt im Konvoi durch den Ort anzuführen.

Den neuen Besitzern von Seligman Sundries statteten wir auch noch einen kurzen Antrittsbesuch ab, das Geschäft wird jetzt von einer Schweizerin und ihrem Lebensgefährten, einem deutschen ehemaligen Eaglerider-Tourguide, geführt.

Zu guter Letzt sprach Anja, zurück in Williams, noch bei Cruiser's 66 vor, um für uns am Abend "ein paar" Tische zu reservieren.

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Gegen spätnachmittag trudelte die ganze Gruppe nach und nach aus allen möglichen Richtungen wieder im Motel in Williams ein, Thomas hatte seine Truck-Bar wieder geöffnet, als wir plötzlich von einem komischen Geräusch aufgeschreckt wurden: ein anderer Gast des Motels, ein belgischer Tourist im Mietwagen, schob den schwarzen Mustang von Ulli und Bernd beim Ausparken kurz 'mal einen Meter nach vorne. Dabei hatte er sich genau die Stelle am Heck des Wagens ausgesucht, die sowieso schon beschädigt war. Da beide Mietwägen vollkaskoversichert waren, dürfen sich jetzt die Versicherungen mit diesem Fall auseinandersetzen. Der Form halber und als Nachweis für des Mustangs Unschuld holte man den örtlichen Sheriff an den Ort des Geschehens, der das Ganze nun protokollieren durfte.

In dem ganzen Trubel gingen leider die neu erstandenen Cowboystiefel von Renate unter, die sich immer mehr - jetzt schon mit Hut und Schuhen ausgestattet - zum waschechten Cowgirl entwickelte.
 

Gegen 19 Uhr nahmen wir die reservierten Tische auf der Terrasse im Cruiser's 66 in Beschlag und bestachen den Musikant in der Ecke mit ein paar Dollars, der daraufhin sofort seinen (begrenzten) deutschen Wortschatz an den Mann bzw. ins Mikrofon brachte. Anschließend ließen wir uns die Spezialitäten vom Smoker-Grill schmecken und saßen dort noch einige Zeit gemütlich zusammen.

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14. Tag: Schweissperlen und freilaufende Esel im Herzen der Route 66

Es wurde beim morgendlichen Briefing bereits angesprochen: Heute stand die Königsetappe unserer Tour auf dem Programm! Und das bezog sich nicht nur auf die Streckenlänge, sondern auch auf die Anzahl, Intensität und Länge der Stopps unterwegs - und auf die Temperaturen! Frank hatte es uns bereits gestern via Facebook mitgeteilt: für heute war in den USA der wärmste Tag im Sommer angekündigt, aber heiße Tage mit um die 40°C waren wir ja mittlerweile gewöhnt, das konnte uns nicht viel ausmachen. Dachten wir...

Doris und Reinhold mussten wir am Morgen leider verabschieden, da sie auf direktem Weg nach Las Vegas fuhren. Sie hatten noch ein paar Tage New Orleans gebucht und mussten heute noch vor 16 Uhr in Las Vegas das Motorrad abgeben und am Abend ihr Flugzeug erreichen. Beim Abschied vor dem Motel wurden noch die ersten Tränchen verdrückt und winkend machten sich anschließend beide von dannen.

Frühstück bis zum Abwinken!

In Williams auf 2.000 Meter Meereshöhe waren die Temperaturen mit knapp 20°C am Morgen noch sehr moderat, dies änderte sich aber nach ca. 15 Meilen auf der Interstate schlagartig, als wir die Hochebene verließen und hinunter nach Ash Fork fuhren. Die ganze Gruppe wollte nach knapp einer Stunde Fahrt ihr Frühstück bei Lilo's Westside Café einnehmen und sich dann noch etwas in Seligman, dem "Birthplace of Historic Route 66" herumtummeln. Die Abfahrt von dort war auf 11 Uhr terminiert, zweieinhalb Stunden Sightseeing inkl. Frühstück müssten eigentlich ausreichend sein - schließlich waren wir in Seligman noch ziemlich am Anfang der heutigen ca. 450 km langen Tagesetappe!

Aufgrund des reichhaltigen Belags der Frühstücksteller und der Größe der Zimtschnecken - die Spezialität von Lilo - dehnte sich der Aufenthalt an der Westside von Seligman doch auf fast eine Stunde aus. Angel Delgadillo war unterdessen bereits bei der Arbeit und rasierte ganz nach alter Barber-Manier zuerst unseren Peter, bevor er Sigis Gesichtszüge glättete.
Bei ihm trafen wir uns auch um 11 Uhr gemeinsam wieder, um zusammen mit ihm noch ein schönes Gruppenbild zu schiessen. Zufällig anwesende Japaner und andere Touristen nahmen diese Aufstellung ebenfalls zum Anlass, ihren Bildervorrat aufzustocken, nicht wissend, wen sie da vor der Linse haben - außer den 89-jährigen Angel mit seinem Fahrrad natürlich...

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Mit einer Parade durch den Ort

Frank wartete unterdessen mit seinem fahnenreich geschmückten alten Pick-Up bereits am Ortsausgang von Seligman, wo wir uns zum Schluss zur Aufstellung für die Parade versammelten. Die Tourguides vorneweg, fuhren wir anschließend im Schneckentempo und laut hupend auf der Main Street durch das beschauliche Städtchen, das wohl anbetrachts des Lärms an diesem Sonntagvormittag dachte, dass die Besatzungszeit wieder angebrochen wäre.
Das Video dazu kannst Du auf unserem Youtube-Kanal anschauen.

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Auf der alten Straße weit abseits der Interstate ging es nun etwas zügiger, aber in immer noch beschaulichen Tempo auf dem längsten noch zusammengehörigen Stretch der historischen Straße weiter nach Westen. Die Temperaturen hatten die 40ºC-Marke schon wieder überschritten, die Hitze war aber trocken, und der warme Fahrtwind trocknete den Schweiss sofort wieder. Bei einer kurzen Trinkpause in Truxton wurde ein herumliegender Gartenschlauch als Dusche "missbraucht", nach 5 Minuten war aber schon alles wieder trocken und die Fahrt konnte weitergehen.

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Am Hackberry General Store gab es kleines Verkehrchaos, da bereits andere Gruppen mit Motorrädern und Autos fast den ganzen Parkplatz belegten. Nach der Ankunft unseres nicht gerade kleinen Konvois machten sie sich jedoch recht zeitnah aus dem Staub, so dass wir genügend Zeit und Platz hatten, um diesen schönen Ort mit seinen Route 66-Überbleibseln ausgiebig zu erkunden. Angeblich hatte auch hier erst vor Kurzem der Besitzer gewechselt, leider steht die für diesen Ort so typische rot-weisse 1956er Corvette Cabrio vor dem Eingang nicht mehr lange vor dem Eingang.

14 05

 

Mittagspause in Kingman

25 Meilen und eine dreiviertel Stunde später erreichten wir Kingman, wo im historischen und typisch im 50er-Jahre Stil eingerichteten Mr. D'z bereits Jim Hinckley mit Frau Judy zum Mittagessen auf uns wartete. Es hatte für die Gruppe das Nebenzimmer reservieren lassen und nahm seine Begrüßung und Vorstellung gleich zum Anlass uns als Andenken und Dankeschön für unseren heutigen Besuch und meine Rede am letztjährigen Route 66-Festival hier in der Stadt ein schönes Blechschild aus Kingman für unser Headquarter zuhause mitzugeben. In seinem Schlepptau befanden sich noch Gregg Arnold, ein einheimischer Bildhauer und Künstler sowie ein offizieller, etwas Deutsch sprechender Route 66-Beauftragter der Stadt Kingman, dessen Name ich leider nicht mitbekommen habe und zuerst noch recherchieren muss. Ein paar Wenige von uns hatten sich im Vorfeld ein Buch von Jim gekauft bzw. kauften ihm vor Ort eines ab und ließen es sich bei dieser Gelegenheit gleich mit Widmung vom Autor handsignieren.

Auch hier war es wie bei vielen kleinen historischen Route 66 Diner an der Strecke: angesichts unserer großen Gruppe war die Küchenmannschaft kurzzeitig überfordert und die Wartezeit entsprechend etwas länger.

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Über die Berge mitten hinein in die Hitze

Jim und Judy führten die Gruppe anschließend mit ihrem Jeep noch hinaus zum Fuß des Sitgreave Passes, der als nächste fahrerische Herausforderung für uns anstand. Bei der Station in Cool Springs, eine kleine, schön restaurierte Tankstelle - natürlich mit Souvenir-Shop, von irgendetwas müssen die Leute ja leben - verabschiedeten wir die Beiden und fuhren ohne Probleme die frisch asphaltierte Straße in die Black Mountains hinauf.  Die kurvenreiche Abfahrt auf der anderen Seite lies uns erahnen, was an diesem Tag noch auf uns zukommen würde: je mehr wir uns dem Städtchen Oatman näherten, desto heißer wurde die Luft. Wir befanden uns jetzt am östlichen Ende der Mohave-Wüste und die Temperatur - im Schatten wohlgemerkt - überstieg langsam die 45ºC-Marke. Von einer Brise keine Spur und der Fahrtwind erinnerte uns eher an einen Heißluft-Föhn.

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Da kam uns die Pause in Oatman gerade recht, die zahlreichen freilaufenden Esel begrüßten uns schon freudig angesichts der zu erwartenden Karotten, die man im ganzen Dorf zur Fütterung kaufen konnte. Wie ich gehört habe, hat unsere Alexandra, für die dieser Ort das absolute Highlight der ganzen Reise war, den ganzen Vorrat im Ort aufgekauft und an die Esel verfüttert, so das sich die anderen mit ordinären Erfrischungsgetränken oder einem Eis begnügen mussten.

14 05

 

Die Fahrt von Oatman hinunter in das Mohave Valley ist normalerweise sehr angenehm, da es von "frischen" Temperaturen der Black Mountains hinunter in "wärmere" Gefilde an den Colorado River geht. Das gilt allerdings vielleicht für die Osterzeit. Am heutigen Tag aber musste die Wortsteigerung von "heiß" bis "brennend heiß" lauten. 125º Fahrenheit (~ 52ºC) hatte ich 2009 bei meiner Fahrt im Death Valley schon erlebt, aber fast 130ºF auf freier Strecke war neuer Rekord. Ich hatte das Gefühl, als würde mein ganzer Arm Blasen werfen, Kupplung- und Vorderbremshebel waren tabu, da man sie einfach nicht mehr anfassen konnte ohne Gefahr zu laufen, sich die Finger zu verbrennen!

Unten am Colorado River entlang nach Bullhead City und Laughlin war das Fahren dann wieder etwas erträglicher, trotzdem stellte der erste von uns seine Maschine vorsichtshalber in Bullhead City ab und setzte seine Fahrt samt Sozia im Begleitwagen fort. Der Kreislauf machte einfach nicht mehr mit. Wir schrieben bereits 16:30 Uhr und hatten noch rund 100 Meilen (oder fast zwei Stunden) Fahrt bei immer noch fast 50ºC bis Las Vegas vor der Nase.

Bevor auf der Weiterfahrt einer nach dem anderen vom Moped fiel, entschloss sich die Reiseleitung spontan, mit der ganzen Gruppe umzukehren und in einem der klimatisierten Casinos in Laughlin erst einmal eine gute Stunde "heunterzukühlen" und die Fahrt erst nach Einbruch der Dämmerung fortzusetzen. Lieber eine Ankunft in Las Vegas bei Nacht als keine Ankunft und stattdessen eine Fahrt im Krankenwagen!

Sin City by night!

Wobei die Einfahrt nach Las Vegas bei Dunkelheit auch seinen besonderen Reiz hat! Es sind diese Momente, die einem dauerhaft im Gedächtnis bleiben werden: man biegt in fast völliger Dunkelheit zwischen Boulder City und Henderson um eine Kurve und sieht plötzlich ein riesiges Lichtermeer vor sich...

Genauso erging es uns, als wir gegen 21 Uhr den Stadtrand der Wüstenstadt erreichten. Nach einer eher etwas langweiligen Geradeausfahrt durch die Wüste waren alle plötzlich wieder voll da und mit Adrenalin aufgepumpt, als wir im Stop-and-Go am Mandala Bay und Luxor vorbei den fast taghell erleuchteten Strip hinunterfuhren.

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Plötzlich an einer roten Ampel ein Geräusch, als würde ein Schwarm Hummeln um unsere Köpfe fliegen: im Nu waren wir von einer Clique von mindestens 70 Bikern und Bikerinnen(!) alleine oder zu zweit auf ihren Kawasaki Ninjas oder ähnlichen Rennsemmeln umzingelt, sie kamen aus allen Ecken und zwängten sich zwischen uns und den Autos hindurch, als wären wir nur Statisten. Die Sicherheitsbekleidung der Meute beschränkte sich dabei auf den Vollhelm, ansonsten waren sie nur mit Badehose, Bikini, Netzstrümpfen oder String-Tangas bekleidet. Wie in einer Szene aus dem Film "Fast and Furious", nur eben mit Motorrädern...So plötzlich wie sie auftauchten, waren sie wieder weg - und die Aufmerksamkeit der Passanten links und rechts der Straße gehörte wieder unserem Konvoi. Wobei Konvoi nicht immer zutreffend war, denn zwischenzeitlich waren wir von den Ampelkreuzungen so zerrissen, dass die Spitze des Zuges gerademal 3 Motorräder umfasste. Wie durch ein Wunder waren aber kurz vor unserem Hotel wieder alle zusammen und so konnten wir gemeinsam um 21:30 Uhr in das Parkhaus einfahren und das "Feierabendbier" von Thomas erleichtert genießen.

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Die Abfahrt für die beiden Touren "Death Valley" oder "Valley of Fire" am nächsten Morgen wurde aufgrund der hohen Temperaturen auf 6 Uhr angesetzt, wir waren wirklich gespannt, wer aus der Gruppe sich so eine Tour nach diesem langen Hitzetag noch antun würde!

Vorsichtshalber wurde deshalb von der Reiseleitung gleich bekanntgegeben, dass die Abfahrt am übernächsten Tag für die zweitletzte Etappe der Tour nach Barstow früh um 7 Uhr erfolgen wird.

 
Ansonsten stand der restliche Abend und der folgende Tag in Las Vegas allen Teilnehmern zur freien Verfügung...

 

 

15. Tag: Pooltime, Gambling und Hotel-Hopping

Da der heutige Tag als "Ruhetag" ausgeschrieben war und eine Gruppenprogramm in Las Vegas überflüssig ist "wie ein Kropf", kann ich heute nur von den Sachen erzählen, die ich selbst erlebt habe, oder die mir zugetragen worden sind. Ansonsten gilt der Satz: "What happens in Vegas, stays in Vegas"...
 

15 01Es war ja bereits nach der späten Ankunft am gestrigen Tag abzusehen: Die Anzahl der Interessenten an einer Motorradtour an ihrem freien Tag in Las Vegas war recht überschaubar.

Die beiden Tourguides Wolle und Hans-Jörg mit Ina warteten geduldig kurz vor sechs Uhr im Parkhaus auf Freiwillige, aber lediglich Maurizio bog mit seiner Kamera bepackt um die Ecke. Der Hobbyfotograf ließ es sich nicht nehmen, mit Hans-Jörg und Ina in das knapp 2 Stunden entfernte Valley of Fire zu fahren.
Auch Thomas und Franz waren schon unterwegs um das stehengebliebene Motorrad in Bulhead City zu holen.

Alleine ins Death Valley zu fahren, dazu hatte ich heute auch keine Lust, also drehte ich wieder um und holte ich mir erst einmal einen Kaffee bei Starbucks und setzte mich mit einer Zigarette bewaffnet an einen der unzähligen Spielautomaten ins Casino und schaute dem morgendlichen Treiben im Hotel zu.

Gegen halb sieben klopfte mir dort jemand auf die Schulter. Matze, der um diese Zeit gerade erst von einer durchzechten Nacht nach Hause kam, vermisste noch seine beiden Weggefährten, die ihn die ganze Nacht begleitet hatten, und trollte sich schließlich auf sein Zimmer, um eine Mütze voll Schlaf zu nehmen - Hangover lässt grüßen...!

Anja, die ich eine Stunde später vor dem Hotel mehr oder weniger zufällig traf, teilte mir mit, dass wir mit Remy und Moni, der ein Problem mit dem Gasgriff an seiner Electra Glide hatte, nachher zu Eaglerider Las Vegas fahren müssten, um den Schaden dort anzuschauen bzw. gleich reparieren zu lassen.

KofferUnd dann bog da wieder einmal unser kleines Kofferproblem um die Ecke: Sigi bat mich an der Rezeption nachzuschauen ob sein Koffer wie angekündigt angekommen war und er ihn abholen könnte. Das war aber nicht so einfach: Von der Rezeption wird man erst zum Bell Desk verwiesen, die einen dann zum nächsten Schalter verweisen, die für das Gepäck zuständig sind. Und wenn die Dame dort, wie in diesem Fall, keine Ahnung von ihrem Job hat, dann wird man wieder an die Rezeption verwiesen. Sigis Koffer war jedenfalls nirgends aufzufinden, geschweige denn registriert. Irgendwann stellte es sich dann heraus, dass das Hotel einmal am Tag, meistens gegen Mittag, bei der Poststelle in der Stadt die Pakete abholt und sie dann innerhalb des Hotels verteilt. Der Empfänger bekommt dann eine Message per Haustelefon und kann sein Gepäckstück am Bell Desk abholen. Und da weder ich noch Sigi eine Message erhalten haben, sei der Koffer auch nicht da - das war abschließend die "logische" Erklärung der Rezeption. Wir sollen heute nachmittag ab 14 Uhr nochmals vorbeischauen. So langsam wurden wir unruhig, da wir ja am nächsten Morgen recht früh abreisten...

Ab und zu sah man den einen oder anderen von unserer Reisegesellschaft vorbeilaufen, fast jeder verbrachte den Tag auf seine Weise. Die einen schauten sich ausgiebig den Las Vegas Strip mit seinen Themenhotels an, andere zockten etwas an den Automaten oder Billardtischen um ihre Reisekasse aufzubessern, wieder andere lagen einfach nur faul am Hotel-Pool und ließen sich die Sonne auf den Bauch scheinen - was will man auch an so einem heißen Urlaubstag sonst machen...

Remy und Moni waren mittlerweile auch wieder bei den Lebendigen und so frühstückten wir erst einmal ausgiebig im asiatisch geführten Hotelrestaurant, bevor wir uns in die Hitze von Las Vegas hinaustrauten. Die Sonne knallte schon wieder erbarmungslos vom Himmel und nach der zehnminütigen Fahrt zu Eaglerider waren alle vier schon wieder nassgeschwitzt. Die Reparatur des Gasgriffes dauerte keine halbe Stunde und so fuhren wir noch schnell am Las Vegas Sign vorbei, wo sich die Menschenschlange, die für ein Foto oder Selfie unter dem Schild anstanden, wohl niemals auflöst.

Gleich daneben hatte der Harley-Davidson Händler vor einem halben Jahr seinen neuen Laden hingestellt, und wir machten dort noch kurz unseren "Antrittsbesuch". Der Store an sich dürfte neben Bruce Rossmeyer's Harley-Davidson in Daytona Beach (Florida) jetzt einer der größten Harley-Läden in den Vereinigten Staaten sein, die Auswahl der Klamotten jedoch fanden wir auch nicht üppiger als bei jedem anderen Händler.

Das war's dann auch schon, völlig fertig von der Hitze kehrten wir umgehend in unser Hotel zurück und legten uns noch ein paar Stunden mit einem Bierchen, Cola, Chips und Zigaretten an bzw. in den Pool.

KofferAm späten Nachmittag dann der 2. Versuch an der Rezeption, Bell Desk und Gepäckausgabe, um den ominösen blauen Koffer "auszulösen". Ich hatte mir von Frank mittlerweile die Tracking-Nr. besorgt und diese bescheinigte uns, dass der Koffer bereits in Las Vegas angekommen sein musste! Aber wieder einmal wusste an den 3 Schaltern niemand von irgendetwas und mir platzte dann irgendwann der Kragen und ich verlangte den Hotelmanager. Dieser verwies uns an den Chef der Gepäckausgabe, der am nächsten Morgen um 6 Uhr am Schalter sein würde. Um 7 Uhr war Abfahrt, das würde eng werden!

Sigi, Mauri und Sascha hatten am Abend einen Hubschrauber-Rundflug über Las Vegas gebucht, die meisten der anderen hatten im asiatischen Restaurant ein Fisch-Buffetessen reserviert, und so machten wir uns mit Roland, Remy und Moni und unseren Bikes auf nach Downtown ins alte Las Vegas. Auf dem Weg dorthin kamen wir an dem Shop der "3 vom Pfandhaus" vorbei, daneben steht die Kapelle, in der Anja und ich vor 4 Jahren geheiratet hatten.

In der Fremont Street findet man außer kostenloser Livemusik, vielen Leuten und einer bombastischen Lightshow gutes und günstiges Essen und einen Biker-Saloon wie er im Bilderbuch steht. In dieser Reihenfolge genossen wir dort den Abend und hatten vor allem in der letzten Location enorm viel Spass!

 

 

16. Tag: Unterwegs in der wüsten Hitze Kaliforniens

KofferKurz vor 6 Uhr stand ich mit Sigi wieder 'mal an unseren drei Lieblingsschaltern in der Hotel-Lobby, wovon zwei noch gar nicht geöffnet hatten. Auf unsere Nachfrage an der Rezeption nach dem Gepäckmanager ernteten wir zuerst nur verständnislose Blicke, erst dem 3. Kollegen war dann der Name bekannt. Der Herr Manager beginnt seinen Arbeitstag aber erst um 9 Uhr uns nicht wie am gestrigen Abend versprochen, um 6 Uhr. Also blieb uns nichts anderes übrig, als Sigi eine Vollmacht für die Übernahme auszustellen und ihn im Hotel zurückzulassen, er konnte im Laufe des Tages dann (hoffentlich mit seinem Koffer) auf der Interstate direkt bis Barstow nachkommen.

Auf direktem Weg nach Barstow

Von der direkten, ca. 150 Meilen und in gut zweieinhalb Stunden zu fahrenden "kurzen" Strecke auf der Interstate bis nach Barstow hatten wohl noch mehrere von unserer Gruppe Wind bekommen, denn vor der Abfahrt im Parkhaus kam der allgemeine Wunsch auf, die Gruppe zu teilen und heute wegen der anhaltenden Hitze auf zwei unterschiedliche Strecken das Etappenziel anzufahren. Hans-Jörg würde die kurze direkte Etappe führen und Wolle die ursprüngliche Strecke über Needles und Amboy fahren. Am Etappenziel bei Barstow stand dann am heutigen Tag nur noch der (freiwillige) Besuch der Ghost Town Calico auf dem Programm, ein schönes altes Minen- bzw. Westernstädtchen aus dem 19. Jahrhundert.

Elf Motorräder, Thomas mit dem Gepäckwagen (er wurde an der Grenze zu Kalifornien herausgewunken und auf mitgeführte Lebensmittel kontrolliert) und die 4 Mietwägen heizten also auf der Interstate mit nur einer Pause in knapp 3 Stunden non-stop durch bis Barstow. Hans-Jörg war anscheinend so in Fahrt, dass er sogar die Abfahrt nach Calico verpasste und erst am Ortsrand von Barstow zum Stehen kam. Aber das war kein Problem und Anja führte die Gruppe vollends durch die Stadt bis zum Motel. Hans-Jörg fuhr nach dem dortigen Einchecken (es war ja erst 11 Uhr morgens) mit einem Teil der Gruppe nochmals nach Calico hinaus, der Rest legte sich aufs Ohr oder belagerte den hauseigenen Pool.

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Kleine Reparatur in der Wüste

Die anderen zehn Motorräder und der Begleit-Van mit Ina, Alexandra und Jonas machten sich also mit mir nach einem Tankstopp auf den Weg nach Searchlight, wo wir erst einmal ausgiebig frühstückten. Danach war es nicht mehr weit bis nach Needles, der nachweislich heißesten Stadt in Nordamerika. Dass es dort um 10 Uhr morgens bereits wieder um die 40ºC hatte, brauche ich eigentlich gar nicht erwähnen. Daher machten wir dort auch nur einen kurzen Tankstopp und drehten sogleich wieder um und fuhren auf "unserer" Interstate 40 westwärts (die originale Route war teilweise wegen Straßenbauarbeiten nach einer Überschwemmung gesperrt) bis zur Abfahrt nach Amboy.

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Bei einer kurzen Trinkpause im Schatten unter einer Autobahnbrücke streikte nach langem wieder einmal die Electra Glide von Günne und Anni und lies sich dieses Mal auch nach wiederholtem Eingeben des Pins nicht mehr starten. Schon das Telefon am Ohr um Eaglerider anzurufen, gab mir Matze Entwarnung. Er hatte kurzerhand den Sitz der E-Glide abgeschraubt und bemerkt, dass sich der Empfänger des Alarm-Transponders aus der Halterung gelöst hatte (vermutlich durch die Vibrationen der Maschine), stecke diesen wieder zusammen und sofort startete die Maschine wieder brav wie es sich gehört.

Bis zur Ankunft bei Roy's Café, das heutzutage eigentlich nur eine Tankstelle bei dem verlassenen Ort Amboy ist, dauerte es noch gut eine halbe Stunde. Der Tankwart mit eingesteckter Pistole in der rechten Gesäßtasche war witzigerweise immer noch derselbe wie bei meinem ersten Besuch dort vor 6 Jahren und hatte kurzzeitig recht viel Arbeit, da kurz nach uns noch eine zweite größere Motorradgruppe zum Tanken anhielt.

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Die Hitze trieb uns weiter auf dem National Trails Hwy und auf der Interstate 40 bis nach Newberry Springs, wo wir noch einen Halt im Bagdad Café einlegten, das auch an diesem Tag von vielen französisch sprechenden Touristen (der Film besitzt in Frankreicht Kultstatus) besucht wurde. Die zwei älteren Ladies, die das Café mit Souvenirladen betreiben, machten nicht gerade den gepflegtesten Eindruck, und genauso präsentiert sich auch heute - im Gegensatz zu meinen Besuchen der letzten Jahre - der ganze ehemalige Filmschauplatz des Films "Out of Rosenheim" mit Marianne Sägebrecht: etwas verwahrlost und auf dem besten Weg zur Verkommenheit. Sollte dieser Trend anhalten, werden wir zukünftig diesen Stopp auf unseren Touren als nicht mehr so zwingend einplanen, zumal er auch mit der Historie der Route 66 nichts zu tun hat...

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Die restlichen 20 Meilen bis zu unserem Motel in Barstow wurden auch von den Temperaturen jetzt deutlich angenehmer, es war zu spüren, dass wir jetzt die Westgrenze der Mohave-Wüste erreicht hatten und die größte Hitze hinter uns lag.

KofferAuch unser Sigi war mittlerweile samt blauem Koffer in Barstow angekommen, er hatte tatsächlich um die Mittagszeit unter Mithilfe des Managers sein dringend benötigtes Gepäckstück überreicht bekommen. Nun war seine Heimreise gesichert!

Geheimtipp am Abend...

Am Abend "lotsten" wir die gesamte Truppe (außer Andrea und Sandra sowie Roland und Harald, die auf Erkundungstour im Städtchen unterwegs waren) zum Abendessen noch zu einem Insider-Lokal etwas außerhalb des Städtchens und ließen uns eine der letzten Steaks auf unserer Reise schmecken...

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17. Tag: Durch die San Gabriel Mountains an den Santa Monica Pier

Die gute Nachricht kam gleich am Morgen beim Appell: Der Highway CA-2 durch die San Gabriel Mountains war nicht wegen Waldbränden gesperrt und konnte durchgehend befahren werden. Diese kurvenreiche und bewaldete Strecke nach Los Angeles ziehe ich nach Möglichkeit immer der anstrengenden und schweißtreibenden Originalstrecke der Route 66 vor. Diese führt nämlich auf fast 100 Meilen durch ampelverseuchte Vorstädte und endet meistens mit einer deftigen Sehnenscheidenentzündung vom dauernden Kuppeln und Bremsen.

Frühstück bei Peggy Sue

So machten wir uns gegen 7:30 Uhr auf den Weg hinaus zu Peggy Sue 50's Diner, um dort vielleicht zum letzten Mal für lange Zeit im Ambiente der 50er Jahre zu frühstücken. Die zahlreichen Trucks auf dem Parkplatz vor dem Diner sind ein untrügliches Zeichen dafür, dass dort gut und preiswert eingekehrt werden kann.

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Leere und volle Flaschen an der Route 66

Weiter auf dem Old National Trails Hwy (so heißt die Route 66 in Kalifornien) stoppten wir zum ersten Mal bei Elmers Bottle Ranch bei Oro Grande. Elmer, der mit Vorliebe alte Glasflaschen sammelt um sie dann auf skurill zusammengeschweißte Metallbäume aufzuspießen, war heute leider nicht da, und so ließen wir nach ein paar Fotoaufnahmen ein paar Dollars in seiner Spendenbox da und zogen ein paar Meilen weiter zum Iron Hog Saloon, dessen Besitzer aber ebenfalls noch in den Federn lag.

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Entspannte Fahrt durch die Berge

Die Fahrt ging weiter nach Victorville, wo wir uns im Cajon Summit Inn nochmals stärkten und erfrischten, bevor es auf der Interstate abwärts Richtung San Bernadino ging. Der Verkehr hatte schon merklich zugenommen, je mehr wir uns Los Angeles näherten. Auf halbem Weg nach unten verließen wir jedoch die Interstate wieder und fuhren hinauf zu dem kurvenreichen und wunderschön zu fahrenden Angeles Crest Highway, der uns nach einigen Foto- und Erfrischungsstopps nach gut 70 Meilen im Norden von Los Angeles, in Glendale, wieder herausspülte.

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Von dort war es nur noch ein "Katzensprung" zum Walk of Fame in Hollywood, den wir noch mit unserem Konvoi stilgerecht (und schon ein bißchen stolz) abfuhren, bevor wir uns durch Beverly Hills und am Rodeo Drive vorbei auf die letzten Meilen auf dem Santa Monica Boulevard machten. Die salzige Luft des vor uns liegenden Pazifiks hatten wir schon einige Zeit in der Nase, als wir auf die Ocean Ave einbogen und gegen 15:30 Uhr das Karussell auf dem Pier sahen.

Angekommen am "End of the Trail"

Direkt am Santa Monica Pier befindet sich ein Parkplatz, ausgelegt mit rutschigen Holzplanken, den wir sogleich zielstrebig ansteuerten. Nach dem Einparken war die letzte Anstrengung wie weggeblasen, alle fielen sich angesichts der großen Leistung der letzten 2 Wochen um den Hals und beglückwünschten sich! Und natürlich wurden hier am offiziellen "End of the Trail" ausgiebige Erinnerungsfotos geschossen - vergleichbar mit dem Bild am Gipfelkreuz nach einer anstrengenden Bergtour.

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Das letzte Stück im Berufsverkehr

Die anschließende Fahrt durch Los Angeles im Berufsverkehr einschließlich eines Stopps an einer viel zu kleinen Tankstelle gestaltete sich nochmals zu einer fahrtechnischen Herausforderung für den Road Captain, der die gesamte Gruppe schließlich gegen 17:30 Uhr im Motel in der Nähe des Flugplatzes geschlossen und unversehrt ablieferte. Die Betten mussten noch eine ganze Zeit lang auf uns warten, da zuerst unten auf dem Parkplatz die Bar von Thomas geleert werden musste. Es war deutlich zu merken, dass angesichts der endgültigen Erreichung des Zieles so langsam von vielen eine große Anspannung abfiel und vereinzelt sah man auch Taschentücher im Einsatz...

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An dieser Stelle möchte ich auch nochmals JEDEM, der diese Tour mit all ihren Strapazen durchgestanden hat - egal ob als Fahrer oder Beifahrer - gratulieren und beglückwünschen. Ihr könnt mit Recht stolz sein, auf das was Ihr in den letzten 16 Tagen geleistet habt. Am Anfang noch als wilder Haufen von Einzelfahrern unterschiedlichster Kategorien unterwegs, wurde im Laufe der Tour eine disziplinierte und harmonische Einheit geformt, die sich trotz widriger Umstände am Schluss geschlossen und verbissen bis zum Ziel durchgearbeitet hat. BRAVO!

Bedanken möchte ich mich außer bei den Teilnehmern auch noch bei meiner Frau und "rechten Hand" Anja, unserem 2. Tourguide Hans-Jörg, bei Ina und Thomas in den Begleitfahrzeugen sowie bei Ingrid, die zuhause im Backoffice den Weg für uns geebnet hat!

 

 

18. Tag: Workout am Pazifik

Dieser letzte Tag ist relativ schnell erzählt, da wir durch den Abflug am nächsten Tag nicht mehr viel in Erfahrung bringen konnten, wie sich für die einzelnen Teilnehmer der letzte Tag in und um Los Angeles gestaltet hatte.

Hans-Jörg zumindest fuhr gegen 13:30 Uhr mit den meisten Teilnehmern zur Motorradabgabe bei Eaglerider.

Anja, Remy, Moni und ich hatten immer noch nicht genug und fuhren mit unseren Motorrädern noch nach Hollywood hinauf, anschließend noch etwas weiter hinaus ins Hinterland und über die Santa Monica Mountains bei Malibu wieder hinunter an den Pazifik. Auf dem Pacific Coast Hwy (CA-1) dann wieder zurück nach Los Angeles und von dort aus direkt zu Eaglerider.
 

Für den Abend hatte der nunmehr dritte Frank (aber der erste Deutsche), den wir auf unserer Reise kennenlernen durften, in einem griechischen Restaurant in Long Beach die Plätze für das gemeinsame Abschiedsessen reserviert und erwartete uns dort mit seiner Freundin Becky gegen 19 Uhr.

Dort erfolgte dann auch die offizielle Verabschiedung, da Anja und ich am anderen morgen schon um 3:30 Uhr als Erste die Heimreise antreten mussten.

Sigi trieb sich noch ein paar Tage in San Diego herum. Mauri mietete sich noch für eine Woche ein Auto und fuhr die CA-1 nach San Francisco hinauf und wieder hinunter. Matze und Petra blieben ebenfalls noch 3 Tage im "Hotel California" und nahmen Los Angeles noch genauer unter die Lupe.

 


 

Auch heute noch, fast 2 Wochen nach der Ankunft zuhause, schwärmen Anja und ich immer noch von der tollen Gruppe, bei der sich auch mittlerweile richtige Freundschaften entwickelt haben und wo jeder seinen Teil dazu beigetragen hat, dass diese Tour als eine der harmonischten und aufregendsten zumindest in unsere persönliche Geschichte eingehen wird.

Wir freuen uns jedenfalls jetzt schon auf ein Wiedersehen mit Euch bei unserem Nachtreffen im November!

Abschlussbild der Route 66 Classic Tour 2015 am Pier von Santa Monica

 

 

Kommentare/Testmonials

Günter E. (Teilnehmer):

"...das war einer Hammertruppe, ich würde sofort wieder mitfahren!" (via Facebook)

Uli M. (Teilnehmerin):

"...War wirklich schön zu lesen. Als hätte ich die Tage nochmal erlebt. Vielen Dank für die schönen Worte..."
(via Facebook)

Moni M. (Teilnehmerin):

"...Das ist ja der Wahnsinn! Das liest sich gerade so, als wäre man noch einmal unterwegs..." (via WhatsApp)

Manuela S. (Teilnehmerin):

"...bin auch erstaunt, was wir alles „erlebt“ haben, das ich gar nicht (oder nur teilweise) mitgekriegt habe – oder zumindest die Hintergründe nicht verstanden habe. Von Dir/Euch wars auch eine Riesenleistung, so eine große Gruppe, so viele Persönlichkeiten, so problemlos, so weit zu führen. Einfach prima! Freue mich auf`s Wiedersehen, wann auch immer!" (per E-Mail)

Renate B. (Teilnehmerin):

"...Danke für diesen erstklassigen Reisebericht. Da kommt schon ein bisschen Wehmut auf. Aber schön dass wir es gemacht haben - und vor allem, dass wir die Reise mit Dir und Anja gemacht haben..." (via WhatsApp)

Marianne C.-J. (Gast bei unserer Tour in den ersten 2 Tagen):

"...A wonderful report of the trip!..." (via Facebook)

Harald B. (Teilnehmer):

"...ich wollte nochmal Danke für die tolle Zeit auf der Mother Road sagen. Es war eine unvergessliche Zeit für mich, die schöne Landschaft, die netten Leute und die tollen Gespräche in der Gruppe. Letztendlich steht und fällt so eine Tour, durch das Engagement der Organisatoren. Dafür ein fettes Kompliment.
Wolle, ich möchte dir auch noch einmal für deinen Einsatz „Ersatzmotorrad am frühen Morgen“, ein Dankeschön aussprechen. Es war für mich nicht selbstverständlich. Ich habe es Dir hoch angerechnet, denn ich weiß nicht ob es Dir in dem Moment klar war, was mir diese Tour bedeutet: Man will die Freiheit, die Weite, die Gerüche den Wind das Wetter spüren, fühlen und riechen, sitzt jedoch in einem Auto und kann nur aus dem Fenster sehen (So muss sich ein Raubtier im Käfig fühlen). Genug Emotionen, also nochmals vielen Dank und ich freue mich auf das Nachtreffen mit Euch..." (per E-Mail)

Roland F. (Teilnehmer) 2 Wochen nach der Rückkehr:

"...hoffe, dass alle gut nach Hause gekommen sind - ich leider noch nicht. Habe mich zuletzt zwischen Las Vegas und Barstow gesehen. Kann auch irgendwo in New Mexico gewesen sein. Jedenfalls bin ich noch nicht zuhause..."
(via WhatsApp)

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