Die Route 66 in der Geschichte der USA

1776 Am 4. Juli wird die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika verkündet. Seither findet an diesem Datum jedes Jahr der Nationalfeiertag statt.
In Preußen regierte zu dieser Zeit der "Alte Fritz" Friedrich II.
1789 George Washington wird zum 1. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt und gilt als "Vater der amerikanischen Nation". Ihm folgen die Präsidenten John Adams (1797-1801), Thomas Jefferson (1801-1809), James Madison (1809-1817), James Monroe (1817-1825), John Quincy Adams (1825-1829), Andrew Jackson (1829-1837), Martin Van Buren (1837-1841), William H. Harrison (1841), John Tyler (1841-1845), James K. Polk (1845-1849), Zachary Taylor (1849-1850), Millard Fillmore (1850-1853), Franklin Pierce (1853-1857), James Buchanan (1857-1861) und schließlich Abraham Lincoln (1861-1865)
Die Expansion nach Westen beginnt
1830-1850 Die meist europäischen Siedler, die an der Ostküste der USA gelandet und bis dahin dort seßhaft waren, drängen auf Flüssen und mit Planwagen nach Westen, wo es schier unbegrenztes und fruchtbares Land für Ackerbau und Viehzucht gab. Die Rocky Mountains und die Sierra Nevada stellten sich jedoch als fast unüberwindliches Hindernis dar. Nur Trapper verdienten dort mit dem Fang von Bibern und deren Pelze ihren Lebensunterhalt. Dazu kam, dass die dort lebenden Indianer um ihre große Büffelherden und Jagdgründen fürchteten und sich gegen die Eindringlinge zur Wehr setzten.
Der Bürgerkrieg spaltet das Land
1861-1865 Aus dem Sezessionskrieg/Bürgerkrieg gehen die Nordstaaten ("Yankees") als Sieger hervor und die Sklaverei der aus Afrika "eingeführten" Arbeiter mit schwarzer Hautfarbe wird abgeschafft. Dies war hauptsächlich der Verdienst von dem damaligen Präsidenten Abraham Lincoln, der 5 Tage nach dem Friedensschluss am 15. April 1865 ermordet wird.
Die transkontinentale Eisenbahn kommt
1865-1885 Der Westen Nordamerikas wird durch die Eisenbahn erschlossen und löst die Reiter des "Pony-Express" als Nachrichtendienst in den Westen ab. Die beiden Eisenbahngesellschaften "Central Pacific Railroad" und "Union Pacific Railroad" konkurrierten um die erste transkontinentale Verbindung in den Westen der USA. Ehemalige Lagerplätze und Bahnstationen waren der Ursprung unzähliger Dörfer und Städte entlange der Bahnlinien. Immer wieder wurden die Züge von Banditen und Indianern überfallen, der "Wilde Westen" machte zu dieser Zeit seinem Namen alle Ehre.
1881 begannen die "Santa Fe“ und die "Southern Pacific Railroad" mit dem Bau einer Eisenbahnlinie von Kansas nach Los Angeles. 1883 konnte die "Santa Fe" erstmals auf eigenen Gleisen Los Angeles erreichen.
Das Automobil wird erfunden
1886 Am 29. Januar 1886 meldet Carl Benz in Deutschland ein benzingetriebenes Automobil mit Verbrennungsmotor zum Patent an. Kurz danach folgten unabhängig davon Gottlieb Daimler und Wilhelm Maybach (Cannstatt) mit weiteren Fahrzeugen.
Der Westen Amerikas ist erschlossen, die Indianer werden in Reservate zurückgedrängt
1890 Die Zeit der "Frontier" wird durch die amerikanische Zensusbehörde offiziell für beendet erklärt, da das gesamte Land zwischen den beiden Ozeanen besiedelt, „zivilisiert“ und durch Straßen und Eisenbahnen erschlossen worden war. Von Amerikanern unbewohnte Gebiete gab es nun außerhalb der Indianerreservate praktisch nicht mehr. Damit endete die Ära des "Wilden Westens" und der Pionierzeit.
Autos für Amerika
1899 Henry Ford gründet 1899 die "Detroit Automobile Company", die er nach 3 Jahre schon wieder verließ. Später wurde diese Firma in "Cadillac" umbenannt.
1903

Am 16. Januar gründet Henry Ford ebenfalls in Detroit mit der "Ford Motor Company" erneut ein eigenes Unternehmen. Im gleichen Jahr wurde übrigens auch die Motorradmarke "Harley-Davidson" in Milwaukee (Wisconsin) gegründet.

1908-1927 Ford baut in diesem Zeitraum 15 Millionen Autos von seinem "Model T", auch "Thin Lizzy" genannt (auf dt. etwa "Blechliesel"), ursprünglich nur für den amerikanischen Markt. Im Jahr 1913 beginnt Ford erstmals mit der Serienproduktion eines Automobils. Die Mobilität der reiselustigen Amerikaner erhält dadurch einen ungeahnten Auftrieb.
In Europa wütet in dieser Zeit der 1. Weltkrieg (1914-1918)
Amerika wird mobil
In den 20er Jahren erkannte man in den USA, dass eine durchgehende Straße in Ost-West-Richtung geschaffen werden musste, um den immer mobiler werdenden Amerikanern das Reisen über große Distanzen zu vereinfachen.
  Die Geburtsstunde der Route 66
1926 Es werden verschiedene Straßenstücke erstmalig zu einem transkontinentalen US-Highway 66 zusammengefasst und in das offizielle amerikanische Straßenverzeichnis aufgenommen.
Wirtschaftlicher Rückschlag
1929 Börsencrash in Amerika ("Schwarzer Donnerstag - in Europa durch die Zeitverschiebung "Schwarzer Freitag" benannt) und anschließende jahrelange Weltwirtschaftskrise.
1935-1938 Eine Klimakatatrophe größeren Ausmaßes kam zu der Wirtschaftskrise hinzu: Der "Dust Bowl" war eine lang andauernde Dürreperiode mit verheerenden Sandstürmen, die vor allem in den Great Plains (u.a. Missouri und Oklahoma) den Farmern ihre Ernte und damit ihre Existenz entzog. Ein Orangen-Plantagenbesitzer in Kalifornien suchte in dieser Zeit Erntearbeiter und ließ zu diesem Zweck ein paar Tausend Flugblätter drucken, die in den Great Plains -zigfach vervielfältigt und verteilt wurde. Es bildete sich die Mär vom "Goldenen Land Kalifornien, dort wo Milch und Honig fließen" und veranlasste Hunderttausende von Familien von heute auf morgen ihre Existenz im Mittleren Westen aufzugeben und (auf der Route 66) nach Kalifornien an die Pazifikküste zu ziehen ("Go West").
 1939 Der Nobelpreisträger John Steinbeck veröffentlicht den Roman "Früchte des Zorns" ("The Grapes of Wrath"), in dem er sehr authentisch die beschwerliche Reise der Familie Joad auf der Route 66 in den Westen beschreibt. Für diesen Roman erhielt er 1940 den renommierten Pulitzer-Preis.
Das Buch wurde anschließend von John Ford verfilmt und machte damit die Route 66 auf der ganzen Welt bekannt.
Deutschland im Dritten Reich als Impulsgeber für die amerikanischen Interstates
1941-1945 Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour erfolgte am 08.12.1941 der Eintritt der USA in den
2. Weltkrieg. Da sich viele Fabriken zum Bau von militärischen Material (Flugzeuge, Bomben etc.) im Westen der USA befanden, gab es zu dieser Zeit einen weiteren "Hype" der Route 66.
Der Leiter des amerikanischen Hauptquartiers in Europa hieß General Dwight "Ike" Eisenhower, der nach Kriegsende Präsident der Vereinigten Staaten wurde (1952-1961). Eisenhower zeigte sich von den deutschen Autobahnen, die Adolf Hitler in den Jahren vor dem Krieg in Deutschland bauen ließ, sehr beeindruckt.
Die Route 66 an der Grenze ihrer Kapazität
Bis Ende der 50er Jahre war die fast 4.000 km lange "Main Street of America" für Hunderttausende nach Westen strebende Amerikaner die einzige durchgehende Verbindung von Chicago (über St. Louis, Oklahoma City, Amarillo. Albuquerque, Gallup und Flagstaff) bis zum Pazifik und der kalifornischen Küstenstadt Santa Monica.
Die Route 66 als einfache, oft kurvenreiche und einspurige Landstraße konnte als wichtige Transkontinentalverbindung dem wachsenden Verkehr immer weniger gerecht werden. Der Verlauf wurde ständig geändert, es wurden Ortsumgehungen gebaut, Umwege abgekürzt oder der komplette Verlauf verändert.
Irgendwann in dieser Zeit wurde realisiert, dass die Kapazität dieses Highways erschöpft war. Eine neue, breitere und schnellere Verbindung nach Westen musste her.
Die Interstate als Ersatz für die Route 66
1956 Präsident Eisenhower unterzeichnet den "Interstate Highway Act", der den Bau eines Interstate Highway Systems - ähnlich dem deutschen Autobahnnetz - zum Inhalt hatte.
1956-1985 Mit dem schrittweisen, fast 30 Jahre dauernden Bau der Interstates 55, 44, 40, 15 und 10 - die parallel zur Streckenführung der Route 66 verliefen - wurde die Route 66 nach und nach überflüssig. Sobald wieder ein Streckenabschnitt eröffnet wurde, wich der Straßenverkehr auf die neue und schnellere Interstate aus. Viele Roadhouses, Tankstellen, Werkstätten, Motels und Restaurants waren von heute auf morgen vom Verkehr abgeschnitten, verloren ihre Lebensgrundlage und mussten schließen. Heute erinnern meist nur noch Betonfundamente und Ruinen an vergangene glorreiche Zeiten.
Das Ende der Route 66
1984 Die letzten 6 Meilen der Interstate 40 bei Williams, Arizona werden am 13. Oktober für den Verkehr freigegeben. Damit war die durchgängige Ost-West-Verbindung mittels der Interstates Realität geworden.
1985 Am 27. Juni 1985 wurde die Bezeichnung "U.S. Highway 66" von der American Association of State Highway and Transportation Officials aufgehoben. Die Route 66 verschwand bis heute komplett von der amerikanischen Landkarte.
  Die Anwohner der Route 66 wehren sich
1987 Am 18. Februar wurde in Seligman (Arizona) der Verein "Route 66 Association of Arizona" gegründet und Angel Delgadillo zu seinem Vorsitzenden gewählt. Ziel war es, die Route 66 wieder aufleben zu lassen um für deren Anwohner wieder eine wirtschaftliche Lebensgrundlage zu schaffen.
Da die Route 66 von Chicago bis Santa Monica durch insgesamt 8 Bundesstaaten verläuft, wurde daraufhin in jedem betroffenen Bundesstaat eine ähnliche Vereinigung gegründet.
1989/90 Gründung der "Illinois Route 66 Association", "Route 66 Association of Missouri", "Oklahoma Route 66 Association", "Old Route 66 Association of Texas", "New Mexico Route 66 Association" und der "California Historic Route 66 Association"
Ziel der Vereinigungen ("Associations") war und ist es, die Route 66 zu erhalten, wieder ins Leben zu rufen und sie in das Bewusstsein der jüngeren Generation zu bringen. Natürlich spielen dabei nicht nur persönliche Emotionen mit, sondern auch wirtschaftliche Aspekte, denn eine gut frequentierte Straße verspricht auch gute Geschäfte und somit eine wichtige Lebensgrundlage für die Anwohner.
Die Verbände zur Erhaltung der Route 66 formieren sich
1994 David Knudson gründet die "National Historic Route 66 Federation" und bringt somit die einzelnen Bundesverbände unter ein Dach.
Die gemeinnützige Organisation erarbeitet sich eine Lobby im Weißen Haus und erreichte. dass im Jahr 1999 ein nationaler Gesetzesentwurf zur Erhaltung der Route 66 vom amerikanischen Kongress verabschiedet und vom damaligen Präsident Bill Clinton unterzeichnet wurde.
2011 Die "Route 66 Alliance" wird von Rick Freeman und Michael Wallis gegründet. Die ebenfalls gemeinnützige Organisation unterstützt flankierend aber verbandsunabhängig die Revitalisierung der Route 66.

 
Heutzutage gilt die „Route 66“ als Symbol für Freiheit, Ungebundenheit, Abenteuer und Aufbruchstimmung, sie steht nostalgisch-sentimental für die „gute alte Zeit“. In vielen Orten längs ihrem früheren Streckenverlauf gibt es noch Souvenirläden, Museen oder Diner-Cafés im 1950er Jahre Stil, die mit dieser Zeit assoziiert werden. Ebenso stehen noch ehemalige Restaurants, Tankstellen und sonstige Gebäude aus der Blütezeit entlang der Straße. Eine Vielzahl von Büchern, Reiseberichten, TV-Serien, Filme, Internetseiten sowie Lieder widmen sich der Route 66 und halten ihre Legende aufrecht.

Seit September 2005 sind Teilstücke der Route 66 in Illinois, New Mexico und Arizona unter der Bezeichnung "Historic Route 66" als National Scenic Byway ausgewiesen. Insgesamt sind 85% der Route 66 noch befahrbar, in Texas sogar 91%.

Der Pixar-Animationsfilm "Cars" aus dem Jahr 2006 ist eine moderne Liebeserklärung an die Route 66.

Vor allem Touristen in Reisebussen, Wohnmobilen und Mietwagen, besonders jedoch Motorradfahrer auf einer Harley-Davidson, sind fast das ganze Jahr über auf der Route 66 unterwegs.

Noch jemand da?

Aktuell sind 76 Gäste und keine Mitglieder online

Copyright

Harley-Logoumriss orangeHarley® bzw. Harley-Davidson® sind eingetragene Warenzeichen der Fa. Harley-Davidson®
Fotos: ©Wolfgang Werz

Seitenbesucher seit 2013:

Anzahl Seitenaufrufe
804797