Warum die Route 66 außer Dienst gestellt wurde

WigWamHolbrook-sepiaEs gibt kaum eine andere Straße, welche die Nostalgie des goldenen Zeitalters des Reisens mit dem Auto repräsentiert, wie die Route 66.

Als sie im Jahr 1926 eröffnet wurde, hatte sie ursprünglich nur den pragmatischen Zweck, die kleinen Städte von Ost nach West komfortabel und effizient zu verbinden.

In den 1950er Jahren entwickelte sich die rund 4.000 km lange Straße zu einer Attraktion an sich, mit charmanten Drive-Ins, kitschigen Hotels, kleinen Freizeitparks, leuchtenden Neonschilder und Touristenfallen am Straßenrand.

Die Route 66 inspirierte John Steinbeck 1939 zu seinem Buch "Früchte des Zorns", war in den 1960er Jahren die Grundlage einer amerikanischen TV-Serie und unterstützte von Anfang an zahlreiche kleine Familienunternehmen, welche die Vorbeireisenden auf dieser Straße bedienten.

Wie also kommt es, dass die geliebte "Main Street of America" heute, 30 Jahre nach ihrer Blütezeit, nur noch eine wenig befahrene Straße in teilweise schlechtem Zustand ist?

 

Drei Worte: Die Eisenhower Interstate.

Im 2. Weltkrieg sah General Eisenhower, wie auf den deutschen Autobahnen militärisches Material schnell und effizient an die Front befördert wurde. Im Jahr 1956, Eisenhower war mittlerweile Präsident der Vereinigten Staaten, erließ er den "Interstate Highway Act", zum einen um dem hohen Verkehrsaufkommen gerecht zu werden und zum anderen um eine schnelle Evakuierung der großen Städte im Falle eines nuklearen Angriffs zu ermöglichen.

Für die Route 66 und den Menschen, die auf sie angewiesen waren, bedeutete dies, dass Teile der Mother Road ausgebaut, erneuert, ersetzt oder komplett umgangen wurden. Die ursprüngliche Strecke war in der 1970ern Jahren fast vollständig überflüssig und wurde am 27. Juni 1985 vollends außer Dienst gestellt. Den damaligen U.S. Highway 66 von Chicago nach Santa Monica sucht man bis heute vergebens auf den amerikanischen Straßenkarten.

Der Großteil der historischen Strecke, nämlich 85 Prozent, ist jedoch tatsächlich heute noch erhalten. Das Wig Wam Motel und und andere Attraktionen sind nach wie vor in Betrieb, unterstützt u.a. durch die 1999 ins Leben gerufene "Route 66 Corridor Preservation". Und es werden in den nächsten Jahren noch mehr werden: einige Organisationen rund um die "U.S. 66 Highway Association" sind aktiv und widmen sich um die Erhaltung der Fahrbahn, seiner Beschilderung, um die historischen Stätten und den Sehenswürdigkeiten entlang der Route 66.

Vielleicht wird die Mother Road zu ihrem 100-jährigen Jubiläum im Jahr 2026 wieder Millionen von Amerikaner und Touristen auf ihrem Abenteuern nach Westen komplett zur Verfügung stehen.

©2015 W.Werz

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